Heimische Fischarten

Aalrutte (Lota lota; L., 1758)

Rutte, Quappe, Trüsche. Engl.: Burbot; franz.: Lotte, Barbot, Barbotte.

Der langgestreckte Körper ist vorne walzenförmig, am Schwanz seitlich zusammengedrückt. der Kopf breit und abgeplattet. Das leicht unterständige Maul mit weiter Öffnung ist mit kleinen Hechelzähnen besetzt, ebenso das Pflugscharbein. Am Kinn ein Bartfaden; das Merkmal der Dorsche, deren einzige Vertreterin im Süßwasser die Aalrutte ist. Zwei sehr kurze Barteln neben den Nasenlöchern. In der glatten, schleimigen Haut sind die winzigen, rundlichen Schuppen verborgen. Zwei Rückenflossen: eine kleine, gerundete vorn, eine sehr lange, bandartige hinten. Die kleinen, kräftigen, zum Aufstützen verwendeten Bauchflossen stehen vor den Brustflossen unter der Kehle. Lange, bandartige Afterflosse, kleine, gerundete Schwanzflosse. Der braune bis olivgrüne Rücken ist ebenso wie der Kopf und die helleren Flanken verwaschen gelblich oder olivgrün marmoriert. Bauch schmutzigweiß bis gelblich. Es gibt auch sehr dunkle, fast schwarze Stücke. Das kernige, schmackhafte Fleisch ist fast frei von Gräten. Der gierige Laichräuber wird viel zuwenig beachtet; selbst Angler sehen den heimlichen, lichtscheuen Fisch nur selten.

Länge: bis 80cm selten bis 1m und bis max. 8kg schwer; Durchschnittsgewicht bis 11/2 kg im Donaudelta bis 4kg
Verbreitung: In Seen, Flüssen und Bächen Mittel- und Nordeuropas und Nordamerikas, auch im Brackwasser der Ostsee. In Frankreich nur im ,Rhonebecken, vereinzelt im Gebiet der Seine und Loire. Im allgemeinen bis 1 000 m ü d M hält sich aber auch in einigen bis 2000 m ü. d. M. liegenden Hochgebirgsseen, in die sie eingesetzt wurde.
Laichzeit: Nachtaktiver Bodenfisch. Laicht von November bis März nach zum Teil sehr ausgeprägten Laichwanderungen. Eizahl sehr hoch 500.000 Stk/ 1/2 kg. Die Eier enthalten etwas Öl, sind deshalb planktonisch, d.h. freischwebend – ähnlich den Dorschfischen. Die Entwicklungszeit der Eier beträgt je nach Wassertemperatur zwischen 45 und 75 Tagen. Die ausschlüpfenden Larven leben pelagisch in oberflächennahen Wasserschichten. In der Jugend besteht die Nahrung aus wirbellosen Kleintieren (Plankton). Später geht die Quappe zu einer räuberischen Lebensweise über.
Ist durch die Unterbrechung des Gewässerkontinuums in Mitteleuropa potentiell gefährdet.

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Dreistacheliger Stichling (Gasterosteus aculeatus; L., 1758)

Großer Stichling, auch Gemeiner Stichling. Engl.: Three-pined Stickleback; franz.: Epinoche.

Schlanker, seitlich zusammengedrückter Körper, sehr dünner Schwanzstiel. Vor der Rückenflosse drei isolierte Stacheln, die durch Sperrgelenke niedergelegt bzw. hochgestellt werden können. Je ein Stachel vor den weichen Strahlen der Bauchflossen. Maul etwas oberständig; Maulspalte schräg nach oben gerichtet. Große Augen. Keine Schuppen, dafür knöcherne Platten, deren Zahl und Größe wechselt. Die beiden Brustflossen können unabhängig voneinander, auch entgegengesetzt, bewegt werden. In Verbindung mit dem Antrieb der Schwanzflosse steht der Stichling ,,rüttelnd" und erzeugt einen kräftigen Wasserstrom, der in das bebrütete Nest eindringt und dieses durchlüftet. Rücken grünlichbraun bis bläulichschwarz, Flanken und Bauch silbrig.

Länge: durchschnittlich 4 bis 5 cm, selten über 7 cm
Verbreitung: In stehenden und fließenden Gewässern Europas, Nordasiens und Nordamerikas; im Donaugebiet ursprünglich nicht. Stehen gesellig in der Uferregion zwischen Pflanzen und Steinen, mit Vorliebe über sandigem Grund. In einigen Altarmen der Donau starke Bestände; z.B. Wallsee
Laichzeit: Im Frühjahr Wanderung aus Seen und Flüssen in flache Wiesengräben. Erbitterte Kämpfe zwischen den streitlustigen, prächtig gefärbten Männchen. (Rücken hellgrün, Kehle und Bauch bis zur Körpermitte blutrot, Iris himmelblau.) In eine zuvor ausgehobene Grube baut das Männchen mit Hilfe einer klebrigen Nierenabsonderung aus Wurzelfasern, Algen, Blättchen, Wasserlinsen usw. in einigen Stunden oder Tagen ein Nest. Die vom Weibchen in das Nest gelegten Eier werden vom Männchen befruchtet und anschließend bewacht, verteidigt und mit Sauerstoff versorgt. Die schlüpfenden Jungfischchen werden vom Männchen noch so lange beschützt, bis sie den Dottersack aufgezehrt haben. Sie bleiben in Schwärmen zusammen und ziehen im Herbst in tieferes Wasser. Trotz der geringen Anzahl der Eier ist die Vermehrung infolge der sorgsamen Brutpflege manchmal enorm.
 

Koppe (Cottus gobio; L., 1758)

Mühlkoppe, Groppe, Küling; engI.: Bullhead, Millers Thumb; franz.: Chabot.

Großer, breiter, etwas abgeplatteter Kopf, endständiges Maul mit großer, breiter Maulspalte. Kiefer und Pflugscharbein mit Hechelzähnen besetzt. Der sich keulenförmig nach hinten verjüngende, schleimige Körper ist nur an der Seitenlinie mit sehr kleinen dachziegelförmigen Schuppen bedeckt. Am Kiemendeckel ein kräftiger, nach oben gekrümmter Dorn. Zwei durch ein Häutchen zusammenhängende Rückenflossen mit ungeteilten, aber biegsamen Strahlen. Große Brustflossen, die fächerartig ausgebreitet werden können. Bauchflossen brustständig. Keine Schwimmblase. Färbung dem Untergrund angepaßt und daher wechselnd von dunkelbraun bis gelblich mit dunklen, verwaschenen Flecken und Bändern. Bauch schmutzig weiß. Flossenstrahlen meist bräunlich gefleckt.

Länge: Durchschnittlich 10 bis 15 cm, höchstens 18 cm lang.
Verbreitung: In ganz Europa, vor allem in den Bächen der Forellenregion bis 2000 m ü. d. M.; auch in Seen. Die Koppe ist ein Grundfisch, der sich tagsüber zwischen Steinen und Wasserpflanzen verbirgt. Er bevorzugt kiesigen oder sandigen Grund. Bei der nächtlichen Nahrungssuche bewegt er sich im Zickzack huschend fort oder schiebt sich mit den Brust- und Bauchflossen am Grunde vorwärts. Der Gefährdungsgrad ist nicht eindeutig festgestellt; in der Donau sind die Bestände stark rückläufig!
Laichzeit: In den Monaten März und April legen die Weibchen ca. 150 klebrige Eier in Klumpen in kleinen Gruben oder zwischen Steinen am Ufer des Wohngewässers ab. Sie werden von dem in der Laichzeit dunkler gefärbten Männchen bewacht, bis die mit einem großen Dottersack versehenen Jungfische schlüpfen (nach Brutdauer von 4 bis 6 Wochen) Larven ca. 6 bis 7 mm lang. Erreichen die Geschlechtsreife am Ende des 1. Lebensjahres.

Fisch des Jahres 2006

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Nackthalsgrundel (Neogobius gymnotrachelus; Kessler 1857)

 

Ursprünglich wurden die Individuen in Österreich falsch bestimmt und der Art „Syrman-Grundel“ zugeordnet. Eingehendere Untersuchungen haben dies jedoch richtig gestellt. Aktuelles Zitat zur Richtigstellung: AHNELT et al., 2001 in Österr. Fischerei 54, pp 262-266. Der, ursprünglich falsche Erstnachweis als Syrman-Grundel war ZWEIMÜLLER et al., 2000 in Österr. Fischerei 53, pp 186-189
Kopflänge 4mal in der Totallänge. Kopf von oben rund, von der Seite gesehen steiler Anstieg - oberständiges Maul mit weiter Mundspalte. Schwanzstiel 1 1/2 mal länger als hoch, Körperhöhe 5 mal. Kopf etwas breiter als hoch. Unterkiefer kaum vorstehend. Augen scheitelständig. Oberes Drittel des Kiemendeckels beschuppt. Bauchflossen rund. Gelbbraune Färbung mit unregelmäßigen Flecken, keine Querstreifen, Flossen schwärzlich oder gefleckt.

Länge: bis 25cm
Verbreitung: Schwarzes und Asowsches Meer, in der Donau in Niederösterreich durch Schiff-Fahrt eingeschleppt lt. ZAUNER. Die Nackthalsgrundel ist nach der Kesslergrundel bereits die zweite Meeresgrundel, die in der österr. Donau in den letzten 5 Jahren nachgewiesen wurde
(ZWEIMÜLLER et.al.1996). Die Marmorierte Grundel dagegen ist seit mindestens 200 Jahren im oberen Donaubereich heimisch.
Laichzeit: wie Kessler - Grundel.
 

Schwarzmundgrundel ( Neogobius melanostomus; NORDMANN, 1940)

 

Langer hoher Kopf, Kopflänge 4 1/2 mal in der Totallänge. Körperhöhe 5 1/2 mal in der Totallänge Kopf von der Seite betrachtet steil ansteigend. Keine Nasenröhren. Maulspalte weit, fast waagrecht, Unterkiefer nicht vorstehend.
Bauchflossen zu Saugscheibe verwachsen (rund). Rauhe Oberfläche (Ctenoidschuppen). Dunkler Fleck am hinteren Ende der ersten Rückenflosse, dunkler Streifen vom Auge zum Mundwinkel. Farbe hellgrau bis hellbraun, mit dunkelbraunen Flecken.

Länge: 15 bis 18cm; max. 25cm
Verbreitung: Schwarzes und Asowsches Meer, von dort in die Nebenflüsse aufsteigend. In der Donau in Niederösterreich durch Schiff-Fahrt eingeschleppt - ist erstmals (nach FISCHER in Österreich 11-12/2000) im Ölhafen Lobau festgestellt worden. Fische welche gefangen und auch als Kessler- Schwarzmaul - oder Syrman - Grundel identifiziert werden, sollten nicht zurückgesetzt werden.
Laichzeit: wie Kessler - Grundel.
 

Marmorierte Grundel (Proterorhinus marmoratus; PALLAS, 1811)

Marmorgrundel; Engl.: tubenose goby

Kopf höher als breit seine Länge 4 1/3 mal in der Totallänge von oben viereckig (trapezförmig), von der Seite gesehen steiler Anstieg . Kiefer gleich lang, enge Mundspalte nicht bis unter den Vorderrand des Auges. 2 bartelähnliche Auswüchse oberhalb der Oberlippe nahe den Nasenöffnungen (Nasenröhren). Oberteil der Kiemendeckel beschuppt. Olivebraun mit vieleckigen, dunkelbraunen miteinander verbundenen Flecken; zwei weißliche Flecken an der Schwanzflossenbasis, ein einzelner unter dem Auge. Alle Flossen ausgenommen die Bauchflossen mit Reihen brauner Punkte auf den Membranen.

Länge: bis 11cm
Verbreitung: Schwarzes Meer, im Brackwasser und im Süßwasser weit verbreitet; in der Donau bis an die March (nach SAMPL bis nach Linz - Österreichs Fischerei 53/2000).
 

Kessler-Grundel (Gobius [Ponticola] kessleri; GÜNTHER; 1861; Neogobius kessleri nach Österreichs Fischerei 53/2000)

  

Engl.: bighead goby

Kopf von oben länglich, von der Seite gesehen flacher Anstieg, seine Länge 2 ¾ mal in der Totallänge- oberständiges Maul mit weiter Mundspalte - vorstehender Unterkiefer, die Kopflänge 2 ¾ mal in der Totallänge. Schwanzstiel länger als hoch. Unterkiefer vorstehend. Oberkopf und oberer Teil der Kiemendeckel beschuppt. Färbung graubraun mit dunklen braunen Flecken. Flossen mit dunklen Bändern.

Länge: bis 22cm
Verbreitung: Schwarzes Meer und Kaspisches Meer steigt in die Flüsse auf und ist dort ein wichtiger Nährfisch für Raubfische. Bodenbewohnender Fisch des Süß- aber vorwiegend des Meerwassers. In der Donau in Niederösterreich durch ZAUNER und WEISSENBACHER nachgewiesen.
Erstnachweis: Zweimüller et al 1996 in Acta Universitatis Carolinae Biologica 40, pp 213-218
Laichzeit: ab April. Kieslaicher; der Nistplatz wird vom Männchen betreut - sie können sich mit der Syrman-Grundel kreuzen (Miller; 1986) und erreichen bereits im 2. Lebensjahr die Geschlechtsreife.
 

Forellenbarsch (Micropterus salmoides; LACEPEDE, 1802)

 
Wurde aus Kanada nach Europa eingeführt; in Österreich nur im Wörthersee als eingebürgert anzusehen.
 
Sonnenbarsch (Lepomis gibbosus; L., 1758)

Aus Nordamerika 1887 von Max von dem Borne in Deutschland eingeführt, heute über ganz Mitteleuropa verbreitet. Engl.: Sunperch; franz.: Perche soleil. Der hochrückige, seitlich zusammengedrückte Fisch ist prächtig gezeichnet. Der stahlblau oder grünlich schimmernde Körper ist mit vielen braungelben bis orangefarbenen Flecken gesprenkelt. Auf dem runden Hautlappen der Kiemendeckel befindet sich ein schwarzer, manchmal auch noch ein roter Fleck; der Bauch ist rötlichgelb, die Augen sind bernsteinfarbig.

Länge: selten länger als 20 cm
Laichzeit: April bis Juni. Die Eier werden in Ufernähe in Laichmulden abgelegt; Brutpflege. Vermehrt sich stellenweise massenhaft (z. B. früher Alte Donau bei Wien) und ist dann als Nahrungskonkurrent und als Laich- und Bruträuber höchst unerwünscht
 

Zingel (Zingel zingel; L., 1758)

Der Körper ist langgestreckt und spindelförmig, mit spitz zulaufendem von oben gesehen dreieckigem Kopf, das Maul unterständig und mit Hechelzähnen versehen. Die Kiemendeckel hinten mit kräftigem Dorn, der Vordeckel ist hinten sägeförmig gezahnt. Zwei große nicht ineinander übergehende Rückenflossen. Graugelbe Flanken mit dunkelbraunen, nicht klar abgesetzten Querbinden und Flecken, der Bauch ist weißlich.

Länge: 20 bis 30 cm
Verbreitung: nur in der Donau und ihren Nebenflüssen. Er ist ein Bodenfisch, der sich tagsüber zwischen Steinen, Wurzelwerk und in Uferhöhlen verborgen hält. Erst nachts wird er lebhafter und gleitet dann mit ruckartigen Bewegungen am Boden entlang, wobei dieses ,,Bauchrutschen" durch die Brustflossen und die Schwanzflosse unterstützt wird. Der Kopf ist nach den Seiten hin beweglich, die Augen bewegen sich unabhängig voneinander und leuchten im Halbdunkel stark grünlich.
Laichzeit: von März bis Mai. Die Eier werden an überströmten Kiesbänken abgelegt. Fortpflanzungsbiologie weitgehend unbekannt!
 

Zander (Lucioperca lucioperca; L. 1758)

Fogosch, Schill, Hechtbarsch, Sandel; engl.: Pikeperch, Zander; franz.: Sandre, Brochet-perche.

Er ist zweifellos einer der schönsten und elegantesten Raubfische in unseren Gewässern. Zudem ist er ein sehr schmackhafter und geschätzter Speisefisch, der sich z.B. gegenüber dem Hecht durch das Fehlen der Gabelgräten im Rückenmuskel auszeichnet, was seinen Verzehr vereinfacht. Langgestreckter; hechtähnlicher Körper mit langer; spitzer Schnauze und weiter; endständiger Mundspalte bis hinter das Auge. Kiefer mit ungleicher Bezahnung (kleine Bürstenzähne, dazwischen große Fangzähne). Kiemendeckel mit kleinem Dorn, Vorkiemendeckel gezahnt. Augenabstand gleich oder kürzer als der Augendurchmesser, große gelbliche Augen. Kleine, rauhe Kammschuppen entlang der Seitenlinie. Wangen nackt oder nur teilweise beschuppt. Zwei voneinander getrennte Rückenflossen, die beide fast gleich lang sind. Rücken dunkel, grünlich bis grau. Flanken heller; bei Jungfischen mit 8-10 dunklen Querstreifen, die im Alter meist verwaschen sind. Bauch weißlich. Rückenflossen mit dunklen Punktreihen, Schwanzflosse mit kleinen, schwarzen Flecken.

Länge: 40-70 cm, max. 130 cm; bis 15 kg und selten darüber (1963; 120 cm, 19 kg)
Verbreitung: Größere Flüsse, Seen, Stauseen, vorzugsweise in sommertrüben, wärmeren Gewässern mit hartem Grund. Ursprüngliche Verbreitung in Mittel- und Osteuropa, heute durch Besatzmaßnahmen auch in Westeuropa weit verbreitet. Einzelgänger; der die dichten Pflanzenbestände der Uferregion meidet und im Freiwasser jagt.
Laichzeit: April bis Mai. Bei Wassertemperaturen um 12 bis 15°C suchen die Laichfische paarweise ruhige, hartgründige 1 bis 3 m tiefe Uferstellen auf. Stellen mit Wurzelwerk und Ästen werden für den „Nestbau“ (Mulde) bevorzugt. Laichhilfe durch versenken von Zandernestern. Die klebrigen Eier haften einzeln an Wurzel- und versunkenem Astwerk und werden schubweise abgelegt ( ca. 150.000 bis 200.000 Stk/kg Körpergewicht). Das Gelege wird vom Männchen bewacht. Nach ca. 1 Woche (110 Tagesgrade)schlüpft die winzige Dottersackbrut. Benötigt in den ersten Lebenswochen feinstes Plankton.
Laichreife nach 3 bis 4 Jahren.
 

Zander gefangen in der Donau bei Aggsbach Markt
Zander gefangen in Emmersdorf 2004
Wolgazander (Stizostedion volgensis; GMELIN, 1788)

 
Steinschill; Engl.: Volga pikeperch

Dem Zander sehr ähnlich, aber Rückenflosse sehr hoch. Oberkopf, Wangen und Kiemendeckel sind beschuppt. Keine Fangzähne!
Länge: 35 cm selten länger
Verbreitung: Zuflüsse des nördlichen Teiles des Schwarzen und Asowschen Meeres
In Österreich nur im Wiener Becken und an der March heimisch - wird als gefährdet eingestuft!

Laichzeit: wie Zander
 

Streber (Zingel streber; SIEBOLD, 1863)

Engl.: Danube streber

Äußerlich dem Zingel ähnlich, jedoch auffallend langer, dünner und runder Schwanzstiel. Der Körper ist schlank und spindelförmig. Das Maul ist unterständig und mit Hechelzähnen versehen. Die Kiemendeckel besitzen am Hinterrand starke Stachel, der Hinterrand des Vorderdeckels ist gezähnt. Der Streber hat keine Schwimmblase. Er ist gelbbraun gefärbt und hat mehrere schärfer als beim Zingel abgegrenzte Querbinden.

Länge: 12 bis 16 cm; selten über 18 cm.
Verbreitung: in der Donau und ihren Nebenflüssen, sowie in der Rhone. Er ist ein Bodenfisch, der wie alle Spindelbarsche Gattung Zingel seichte Uferstellen mit Kiesgrund bevorzugt. Tagsüber verborgen, geht er erst nachts mit ruckartigen Schwimmbewegungen am Boden auf Nahrungssuche, er kann dabei die Augen unabhängig voneinander bewegen und den Kopf etwas seitwärts drehen.
Vom Aussterben bedroht!

Laichzeit: März bis April. Eiablage an flachen, überströmten Kiesbänken, Kieslaicher, seltener an Pflanzen. Fortpflanzungsbiologie weitgehend unbekannt!
 

Schrätzer (Gymnocephalus schraetzer; L., 1758)

 
Schratz Engl.: Striped ruffe

Seltener Bodenfisch. Kleinwüchsiger nur in der Donau und ihren Nebenflüssen vorkommender, durch den KW-Bau stark gefährdeter Fisch, unterscheidet sich vom Kaulbarsch durch den spitz zulaufenden Kopf und die abgeplattete Stirn, langgestreckt, nicht hochwüchsig. 2 große ineinander übergehende Rückenflossen mit drei Reihen schwarzer Punkte. Die Kiemenvordeckel haben meist kurze Dornen. Einen kräftigen Dorn bemerkt man unmittelbar über der Basis der Brustflosse. Der Mund besitzt kleine, einspitzige Zähne (Hechel- oder Bürstenzähne). Der Körper ist zitronen- bis messinggelb und hat 3-4 dunkle mehr oder weniger unterbrochene Längslinien, die oberste an der Basis der Rückenflosse, die unterste in der Körpermitte. Kopf und Rücken haben einen grünlichen Ton.

Länge: bis 30 cm, max. 250 g.
Verbreitung: nur in der Donau und ihren Nebenflüssen.
Laichzeit: April bis Mai. Die Laichtiere wandern dann flußaufwärts, um tiefe, überströmte Kiesbänke aufzusuchen. Die klebrigen Eier haften in breiten Gallertstreifen (Laichschnüre) an Steinen und versunkenem Astwerk.
 

Kaulbarsch (Gymnocephalus cernuus; L., 1758)

 
Engl.: Ruffe, Pope; franz.: Gremille.

Gedrungener Körner mit rauhem Schuppenkleid (Kammschuppen). Großer, dicker Kopf, stumpfe Schnauze, große, bräunlichgelbe, hochstehende Augen. An der Unterseite des Kopfes flache Gruben. Zwei Rückenflossen, die nicht so scharf getrennt sind wie beim Barsch; die vordere (höhere) mit kräftigen Stachelstrahlen, die hintere mit Weichstrahlen. Die zwei ersten Strahlen der Afterflosse ebenfalls stachelig. Kiemendeckel endet rückwärts mit Dorn. Brustständige Bauchflossen. Seitenlinie unvollständig. Rücken und Flanken olivgrün bis braungrün mit unregelmäßigen dunklen Flecken, die manchmal undeutliche Längsreihen bilden. Bauch heller, Brust rötlich schimmernd. Rücken- und Schwanzflosse dunkel gefleckt.

Länge: bis 20 cm, selten bis 25 cm.
Verbreitung: In Flüssen und Seen Nord- und Mitteleuropas.
Die meist in großen Schwärmen auftretenden Kaulbarsche stehen in Flüssen in ruhiger Strömung über sandigem oder kiesigem Grund, mit Vorliebe zwischen Wasserpflanzen. In Seen tagsüber gewöhnlich in Ufernähe, nachts am Grunde zwischen Steinen verborgen. Im Winter ziehen sie sich auf den Grund der Seen oder in tiefe Altwasser am Unterlauf der Flüsse zurück.
Laichzeit: In den Monaten März bis Mai werden die sehr zahlreichen, graugelben Eier in gallertartigen Schnüren im flachen Uferwasser an Steinen oder Pflanzen abgelegt.
 

Flußbarsch (Perca fluviatilis; L., 1758)

Barsch; engl.: Perch; franz.: Perche.

Gedrungener, verhältnismäßig breiter Körper mit hohem Rücken und kleinem Kopf. Das weit gespaltene, endständige, stumpfe Maul ist mit vielen kleinen Zähnen bewehrt. Große, rötlichgelbe Augen. Spitz nach hinten ausgezogene, dornige Kiemendeckel. Zwei aneinanderstoßende, graue Rückenflossen, die vordere. aufrichtbar, die hintere mit einem Stachelstrahl mit mehreren Weichstrahlen. Bauchflossen (mit 1 Stachelstrahl und 5 Weichstrahlen) brustständig, d.h. nahezu unter den Brustflossen angesetzt. Schwanzflosse schwach eingebuchtet. Kleine, fest in der Haut sitzende, sich rauh anfühlende Kammschuppen. Rücken dunkelgrün oder -grau, grünliche Flanken, die manchmal auch messinggelb sind, mit 6 bis 9 dunklen Querbinden. Bauch weiß. Dunkler Fleck auf dem hinteren Rand der vorderen Rückenflosse. Brustflossen gelbrot, Bauchflossen und Afterflosse zinnoberrot.

Länge: Im allgemeinen bis 45 cm lang und 2 kg schwer. In vielen Gewässern, bei massenhaftem Vorkommen zwergwüchsig.
Verbreitung: In Seen, Flüssen und Bächen Europas und Nordasiens, auch im Brackwasser der Ostsee. im Gebirge in Seen bis 1000 m Höhe. In Seen während der warmen Jahreszeit in Rudeln im flacheren Wasser, vor allem am Schilfufer, längs der Schar, an Landzungen, bei Landungsstegen, mit Vorliebe an Barschbergen (mit Wasser bedeckte Erhebungen des Seegrundes); im Winter mehr in der Tiefe. In Flüssen an kiesigen Stellen mit geringer Strömung, unter Schiffen und Flößen, hinter Brückenpfeilern und großen Steinen, an Wehrbauten und Bollwerken, zwischen versunkenem Gestrüpp, unter hohlen Ufern. Auch in Altarmen.
Laichzeit: Mitte März bis Ende Mai werden die sehr zahlreichen Eier in zusammenhängenden, bis 2 m langen und 1 bis 2 cm breiten Laichbändern an Wasserpflanzen, Steinen oder versunkenem Astwerk abgelegt.
 

Fangfoto Donaustauraum bei Melk
Aquarienbild aus "Fischwaid"
 
Donaukaulbarsch (Gymnocephalus baloni; HOLCIK&HENSEL,1974)

 

Engl.: Balon´s ruffe

Körper kräftig, kurz und tief gebaut, setzt sich vom kurzen, stumpfen Kopf stark ab. Kiemendeckel mit zwei Dornen. Vordeckel gezähnt; zwei aneinanderstoßende, graue Rückenflossen, Oberkante des zweiten Rückenflossenteiles steht senkrecht zur Längsachse des Fisches. Stachelstrahlen der Afterflosse kräftig gebogen, der erste kürzer als der zweite; obere Augenkante über das Kopfprofil ragend. Brust- Bauchflossen, Afterflosse und unterer Schwanzteil meist ausgefranst und regeneriert. Seiten mit unregelmäßigen Flecken in 4 bis 6 Querbändern.

Länge: 11 bis 12 cm.
Verbreitung: endemische Art der Donau und der March - potentiell gefährdet!
Laichzeit: und Fortpflanzung unbekannt.
 


Foto BoKu/IHG DI Dr. Ch. WIESNER
Hecht (Esox lucius; L., 1758)

  

Engl.: Pike; franz.: Brochet

Langgestreckter; schlanker seitlich nur wenig abgeflachter Körper mit weit nach hinten verlagerter Rückenflosse. Langer Kopf mit großen rötlichgelben Augen, das breite, stark bezahnte, tief gespaltene Maul mit leicht vorstehendem Unterkiefer ist mit einem Entenschnabel vergleichbar. Kiefer; Gaumenbeine und Zunge mit kräftiger Bezahnung. Die kräftige, auffallend weit zurückgesetzte Rückenflosse steht der großen Afterflosse gegenüber. Breite kräftige Schwanzflosse. Kleine Schuppen die Seitenlinie ist vielfach unterbrochen. Färbung nach Alter und Standort sehr unterschiedlich; Rücken bräunlich dunkelgrün oder schwarz, Flanken heller mit dunklen Querbändern oder Marmorflecken, Bauch weißlich bis messinggelb. Die rötlichbraune Rücken-, Schwanz- und Afterflosse mit unregelmäßigen dunklen Streifen oder Flecken. Einjährige Fische an pflanzenreichen Uferstellen meist hellgrün (Grashechte).

Länge: Milchner bis 100 cm, Rogner bis 150 cm selten größer max. 2 m (1967; 35 kg).
Verbreitung: In Seen und Flüssen der gemäßigten Klimazonen Europas, Asiens und Nordamerikas weit verbreitet. In den Alpen bis in 1500 m Höhe; im Ostseegebiet auch im Brackwasser. Standfisch, der klare, ruhige Gewässer mit Kiesgrund und pflanzenreichen Ufern bevorzugt. Dort steht er fast unbeweglich nahe der Wasseroberfläche und lauert auf seine Beute. Durch das Fehlen überschwemmter Wiesen ist der Hecht nur durch Besatz an der Donau zu erhalten!
Laichzeit: Februar bis Mai, je nach Wohngewässer. Die großen, klebrigen Eier werden an seichten Uferstellen auf Wasserpflanzen oder auf dem Gras überschwemmter Wiesen abgelegt. Die Larven besitzen Klebedrüsen am Kopf, mit denen sie an Pflanzen haften. Geschlechtsreife im 3.-4. Lebensjahr.
Eier haben einen Durchmesser von 2,5-3 mm, es werden ca. 45.000-50.000 Eier/kg Körpergewicht abgegeben. Je nach Wassertemperatur schlüpfen die Larven nach 10-30 Tagen. Bereits bei 4-5 cm großen Fischen tritt Kannibalismus auf, und die Jungtiere wandern in eigene Reviere. Die Hechtbrut ernährt sich zunächst von wirbellosen Kleintieren, später werden meistens Fische verspeist.

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Hecht Kronau 2004 zurück gesetzt
DI Dr. Kurt Maly mit Hecht aus Teich Neustift Nov. 2003
Hecht Alte Donau Nov. 2004 gefangen von Ing. Heinrich BUDIN
DI Thüringer Hecht 125cm gefangen in der Donau
Hundsfisch (Umbra krameri; WALBAUM, 1792)

Körper mäßig gestreckt, vollständig beschuppt (verhältnismäßig große Schuppen) auch Kopf oben und seitlich und auch am Kiemendeckel. Stumpfe Schnauze mit gewölbter Stirn. Schwanzflosse abgerundet. Färbung rötlichbraun mit dunklen Flecken bzw. Schuppenrändern.

Länge: bis 9 cm selten bis 11,5 cm.
Verbreitung: Gebiete des Mittel- und Unterlaufes der Donau. Im Nationalpark Donauauen nachgewiesen. Sehr zäher Fisch, der in Bodennähe langsam fließender und stehender Gewässer mit weichem Boden. Gern in sumpfigem, pflanzenreichen Überflutungsbereich der Flüsse. Durch den Rückgang der Feuchtgebiete vom Aussterben bedroht! Naher Verwandter des Hechtes.
Laichzeit: Februar bis April; das Weibchen legt die Eier in ein vorbereitetes Nest, welches nach der Eiablage verschlossen und bewacht wird.
 

Aal (Anguilla anguilla; LINNE, 1758)

Flußaal, Steigaal, Blankaal, Silberaal, Gelbaal, Sommeraal, Spitzkopf, Breitkopf. Engl.: Eel; franz.: Anguille; Montee (der aufsteigende Jungaal).

Langgestreckter, schlangenähnlicher, vorne drehrunder, nach hinten seitlich zusammengedrückter, kräftiger muskulöser Körper. Rücken-, Schwanz- und Afterflosse bilden einen langen, einheitlichen Flossensaum. Zwei kleine Brustflossen, keine Bauchflossen. Dicke, schleimige Haut, in der die winzigen, länglich ovalen, nicht zusammenhängenden Schuppen verborgen sind. Kleine Augen. Die Augen sind in bezug auf ihre Lage und Größe sehr variabel. Bei reifen, zum Laichen abwandemden Aalen (Blankaalen) nehmen sie stark an Größe zu und können bis zur Hälfte des Kopfes ausmachen.Bei zunehmender Reife im Meer werden sie sogar noch größer, so dass der ganze Aalkopf nur noch aus Augen zu bestehen scheint. Die senkrecht hinter den Brustflossen stehenden Kiemenspalten sind sehr klein und eng. Färbung am Rücken dunkelgrau bis blauschwarz, dunkelbraun oder olivfarben.
Nach 9 bis 15 Jahren geschlechtsreif (Männchen kleiner als Weibchen).
Kurz vor und während der Laichwanderung silberglänzend (Blank - oder Silberaal). Während der  Laichwanderung zur Sargassosee (Westatlantik/Bermudadreieck) keine Nahrungsaufnahme. Nach dem Ablaichen sterben sie in großer Tiefe. Die Larven driften mit dem Golfstrom innerhalb von 3 Jahren nach Europa zurück. Mit erreichen der Küste wandeln sie sich in Glasaale um, die ca. 6-8 cm lang sind. Diese steigen dann als sogenannte Steigaale in die Heimatflüsse auf, angezogen wahrscheinlich durch den Geruch des Heimatgewässers. Weibchen werden mit 15 Jahren geschlechtsreif, Männchen hingegen schon mit 9 Jahren.
Die Milchner leben bevorzugt in Küstennähe und kommen daher selten, außer durch Besatz ins Süsswasser. Dadurch sind auch die Gewichtsangaben schwierig und ungesichert.
Der Aal bevorzugt Gewässer mit weichem, schlammigen Boden. Er geht im allgemeinen nachts auf Nahrungssuche. Das Blut des Aales ist giftig und kann Muskelkrämpfe auslösen(Ichtyotoxin). Vorsicht bei offenen Wunden und wenn das Blut auf die Schleimhaut gerät – vor allem Vorsicht wenn Aalblut ins Auge gerät – sofort mit kaltem Wasser waschen und einen Arzt aufsuchen. Keine Sorge beim Verzehr, das Gift wird durch die Erwärmung zwischen 58 und 70°C zerstört. Geruchssinn ist besonders gut ausgebildet und vergleichbar mit dem Hund.
Unvernünftiger Besatz in den Seen führte zu einer Faunenverfälschung.

Länge: Männchen bis 50cm und ca. 180g; Weibchen bis 150 cm und 6 kg.
Verbreitung: In Bächen, Flüssen und Seen sowie im Küstenbereich des Atlantischen Ozeans, auch in der Ostsee und im Mittelmeer. In Österreich nur in Niederösterreich im Waldviertel, in den nach Norden entwässernden Bächen heimisch.
 

Am Fischmarkt von Palma de Mallorca - der letzte Weg der Anguillas, der Allarven und daher bedroht!
Glasaale
Wels (Siluris glanis; L., 1758)

Waller, Weller, Schaid, Schaiden. Engl.: Cat; franz.: Silure, Glane.

Langgestreckter, vorn dicker und plumper, hinten zusammengedrückter Körper, der in einem verhältnismäßig dünnen, aber muskulösen Schwanz endet. Breiter, massiger, abgeplatteter Kopf mit sehr großem Maul, das mit zahlreichen kleinen, kegelförmigen, mit der Spitze nach hinten gerichteten Zähnen besetzt ist. Sehr kleine, ausdruckslose Augen mit schwarzgelb gefleckter, von einem schmalen Goldsaum umgebener Iris. Sehr lange, bandartige Afterflosse, die sich fast bis an die Schwanzflosse ausdehnt. Kräftige Brustflossen, auffallend kleine Rückenflosse. Keine Schuppen. An der Oberlippe in jedem Maulwinkel ein sehr langer, willkürlich beweglicher, heller Bartfaden, der bis hinter den Ansatz der Brustflossen reicht. Am Unterkiefer bzw. am Kinn vier kurze, dünne Barteln, die nicht willkürlich bewegt werden können. Besonders gut entwickeltes Gehör (Webersche Knöchel). Färbung wechselnd. Der Rücken ist schwarzblau, olivgrün oder dunkelbraun und meist ebenso unregelmäßig marmoriert wie der gelbliche Bauch. In der Jugend ist die Färbung ähnlich, doch zeichnen sich die Marmorierung und die Seitenlinie deutlicher ab; die dunklen Brust- und Bauchflossen zeigen eine gelbliche Binde, während sie bei älteren Welsen rötlich gesäumt sind. Rücken- und Schwanzflosse können einen violetten Schimmer haben. Fleisch weich, fett und wohlschmeckend. Hohes Alter (bis etwa 8O Jahre).

Länge: kann bis 3m und 300kg schwer werden(Donaudelta etc.), in Mitteleuropa bis 150kg, in den Donauausständen Wallsee, Emmersdorf und Rossatz wurden bereits Welse mit 43kg und einer Länge bis 1,5m gefangen; in der Alten Donau bei Wien Welse über 60kg
Verbreitung: Häufig in der Donau und ihren Nebenflüssen; durch die Erwärmung der Ausstände durch die Kraftwerksbauten an der Donau sehr starke Vermehrung. Bei Echolot - Untersuchungen an der Donau wurden bis 2000 Welse sowohl Jungfische als auch Exemplare bis 50kg erfaßt. Ebenfalls häufig in den Mündungsgebieten der Schwarzmeerflüsse, in der Po-Mündung und in großen Stauseen in Spanien (durch Besatz).
Laichzeit: Mai und Juni bei einer Wassertemperatur von 18 bis 20 oC. Im Donaudelta geht der laichende Wels mit dem Frühjahrshochwasser auf das überschwemmte Land. Die Eier werden in ein Nest (gesäuberter Nestplatz) abgelegt – ca. 30.000 Eier/kg Körpergewicht.
Die Eientwicklung dauert etwa 3 bis 10 Tage. Die Jungfischchen, welche Kaulquappen ähneln haben einen auffallend großen Dottersack und haften an Wasserpflanzen, Brutpflege durch die Elterntiere ist widersprechend. Geschlechtsreife tritt bei den Männchen im 2 bis 3. Jahr bei den Weibchen im 3. bis 4. Jahr ein.

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Wels 1938 K. Schefold Ehrenpräsident der ÖFG
Steinbeißer (Cobitis taenia; L., 1758)

Dorngrundel, Steinschmerle; engl.: Loach; franz.: Loche de riviere

Der Bartgrundel ähnlich, die sechs Bartfäden an der Oberlippe sind kürzer. Beiderseits unter dem Auge befindet sich ein zweispitziger Dorn, der zurückgelegt in einem Sperrgelenk aufgestellt werden kann. Möglichkeit der Darmatmung. Sehr kleine Schuppen. Grundfarbe gelblichbraun (sandfarben). Über Rücken und Flanken mehrere wellige dunkle Längsstreifen, unterhalb der verkümmerten Seitenlinie eine Reihe großer, brauner, hell umrandeter Tupfen. Ein braunschwarzer Strich zieht sich von der Schwanzwurzel durch das Auge zur Schnauzenspitze. Flossen gelblichweiß, Rücken- und Schwanzflosse mit Reihen dunkler Flecken. Männchen mit verdicktem zweiten Bauchflossenstrahl.

Länge: 8 bis 10 cm.
Verbreitung: Österreich und Deutschland. Grundbewohner kleiner, flacher, stehender oder fließender Gewässer mit Sand- und Schlammboden. Nachtaktiver Fisch - der als gefährdet eingestuft wird!
Laichzeit: April bis Juni werden zahlreiche Eier bei hohem Wasserstand an Wasserpflanzen abgelegt.

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Schlammpeitzger (Misgurnus fossilis; L., 1758)

Moorgrundel, Schlammbeißer, Wetterfisch, Wettergrundel. Engl.: Weatherfish; franz.: Loche d' etang.

Auffallend langgestreckter, vorn walzenförmiger, hinten flach zusammengedrückter Körper. Unterständiges Maul mit enger Maulspalte. Zehn Bartfäden, davon sechs längere an der dicken Oberlippe, vier kürzere an der Unterlippe. Die winzigen Schuppen sind in der schleimigen Haut verborgen. Kleine Flossen. Sehr kleine Augen. Färbung gelbbraun, am Bauch dunkelgelb. Auf dem Rücken und in der Mitte des Körpers je ein breiter, dunkler Längsstreifen, an der Unterseite ein weiterer dünner Längsstreifen; zwischen diesen Streifen zahlreiche dunkle Punkte und Flocken, die oft zu einer marmorierten Zeichnung zusammenfließen. Der Sch. kann die Kiemenatmung teilweise durch Darmatmung ersetzen. Bei starker Erwärmung des Wassers kommt er an die Oberfläche und schluckt Luft. Trockenperioden übersteht er im Schlamm vergraben. Als ,,Wetterfisch" zeigt er nahende Gewitter durch unruhiges Hin- und Herschießen an.

Länge: durchschnittlich 20 bis 25 cm, im Osten bis 50 cm lang.
Verbreitung: In stehenden Gewässern Mittel- und Osteuropas; auch in der Ostsee. Meist im Schlamm vergraben, der nach Kleintieren aller Art durchwühlt wird.
Vom Aussterben bedroht!

Laichzeit: in den Monaten April bis Juni werden die zahlreichen, bräunlichen Eier an Wasserpflanzen abgelegt. Larven besitzen fadenförmige äußere Kiemen, die später zurückgebildet werden.

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Goldsteinbeißer (Cobitis aurata; DE FILIPPI, 1856)

 

Engl.: goldside loach

In der Gestalt wie der Steinbeißer, aber der Körper relativ länger, auch die Barteln länger. Schwacher Fettkiel an der Unterseite des Schwanzstiels. Bei den geschlechtsreifen Männchen sind die Körperseiten etwas verdickt, beim laichreifen Weibchen die seiten stark vorgewölbt. Spalt des Augendorns genau unter der Augenmitte, Körperseiten und Schwanzstiel mit schönem Goldglanz. Längs der Rücken- und Seitenmitte eine Reihe großer dunkler Flecken. Rücken- und Schwanzflosse mit dunklen Punkten.

Länge: bis 14cm.
Verbreitung: Erstmals 1991 in Österreich beschrieben (KAINZ, 1991). Diese aus dem Kaukasus und dem Donbecken stammende Art, breitete sich über Ungarn und Jugoslawien kommend innerhalb der letzten zwei Jahrzehnte den Südosten Österreichs. Das Südburgenland (Lafnitz) und die Südoststeiermark (Grabenlandbäche) stellen heute die westlichste Verbreitungsgrenze dar.
Laichzeit: April bis Juni werden zahlreiche Eier bei hohem Wasserstand an Wasserpflanzen abgelegt.
 

Schmerle (Barbatula barbatula; L., 1758

Bachschmerle, Bartgrundel, Steingrundel; engl.: Stone Loach; franz.: Loche franche

Drehrunder, nur am Schwanzstiel seitlich etwas abgeflachter Körper. Enge unterständige Maulspalte, sechs Bartfäden auf dem Oberkiefer. Vordere Nasenöffnung röhrenförmig und lang. Sehr kleine dünne Schuppen, die auf Vorderrücken und Brust fehlen. Schwanzflossenrand nicht oder nur schwach eingebuchtet. Schlundzähne einreihig. Rücken und Flanken grau bis bräunlich, mit dunkleren Flecken und Marmorierungen. Bauchseite weiß. Rücken- und Schwanzflosse mit dunklen Punktreihen.

Länge: 8 bis 12 cm; max. 16cm
Verbreitung: In klaren Fließgewässern und Seen (Uferregion) mit Kiesgrund. In Mittel- West- und Osteuropa weit verbreitet.
Laichzeit: April bis Mai. Beide Geschlechter dann mit feinkörnigem Laichausschlag auf der Innenseite der Bauchflossen. Brutpflege durch Männchen.

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Zope (Abramis ballerus; L. 1758)

Dem Brachsen ähnlich, jedoch nicht so hochrückig; kleinwüchsig. Endständiges Maul mit enger, schräg nach oben gerichteter Maulspalte. Kleiner Kopf. Auffallend lange Afterflosse, kleine, hohe Rückenflosse. Der untere Lappen der Schwanzflosse ist etwas länger als der obere. Kopf und Rücken dunkel (bräunlich, bläulich oder grünlich), Flanken silberglänzend, mit gelblicher Tönung, Kehle rötlich. Brust- und Bauchflossen gelblich, die übrigen Flossen weißlich mit bläulichen oder rötlichen Säumen.

Länge: durchschnittlich 25 cm, selten bis 35 cm.
Verbreitung: Im Unterlauf der Flüsse Mitteleuropas, in norddeutschen Seen, in der östlichen Ostsee. In der Donau bis Oberösterreich. Im Neusiedler- und Plattensee. Selten gewordener Bodentierfresser da Fischpassierbarkeit nicht mehr gegeben!
Laichzeit: In den Monaten April und Mai Aufstieg der Salzwasserformen in die Flüsse, der Süßwasserformen stromaufwärts. Die Eier werden an flachen, stark bewachsenen, schwach strömenden Stellen an Wasserpflanzen geklebt.
 

Zobel (Abramis sapa; PALLAS, 1811)

Sape, Dornbrachsen, Pleinzen, Scheibpleinzen, Steinbrachsen.

Seitlich stark zusammengedrückter Körper. Die großen, weit vorn liegenden Augen springen halbkugelig vor, das Maul ist leicht unterständig, die Schnauze hochgewölbt, stumpf und dick. Die sehr lange Afterflosse reicht fast bis zum Ansatz der Schwanzflosse, deren unterer Lappen verlängert ist. Abweichend von den meisten Fischen ist der Z. ziemlich gleichmäßig gefärbt. Das Silberweiß der Flanken ist auf dem Rücken kaum dunkler. Die Flossen sind weißlich, Rücken- und Afterflosse am Außenrand dunkel gesäumt.

Länge: durchschnittlich 30 bis 40 cm, selten bis 60 cm.
Verbreitung: In den großen europäischen Zuflüssen des Schwarzen Meeres (Dnjestr und Dnjepr) und in der Wolga. In der Donau bis Donauwörth, in den Nebenflüssen der Donau unterhalb Wiens, vereinzelt auch in anderen fließenden Gewässern, z.B. der Amper. Gesellig lebender Bodentierfresser, der starke Strömungen bevorzugt.
Laichzeit: In den Monaten April bis Mai werden die zahlreichen Eier an seichten, dicht bewachsenen Uferstellen an Wasserpflanzen abgelegt (Eizahl ca. 8.000). Männchen mit Laichausschlag.
 

Weißflossengründling (Gobio albipinnatus; LUKASCH, 1933)

 
Der langgestreckte Körper ähnelt dem des Steingresslings. Die Barteln reichen bis zum Augenhinterrand. Die Kehle ist nackt. Rücken- und Schwanzflosse haben keine Flecken oder Streifen (Name)

Länge: 10 bis 12cm; max. 13cm
Verbreitung: ähnlich Steingressling. Vom Aussterben bedroht!
Laichzeit: Wie Gründling

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Strömer (Leuciscus souffia agassizi; RISSO, 1826, CUVIER & VALENCIENNES, 1842)

Langgestreckter, seitlich wenig abgeflachter, fast spindelförmiger Körper. Maul stumpf und unterständig – Schlundzähne. Rücken schwärzlichgrau mit metallisch blauem Ton. Seiten silbern. Bauch weiß bis silbern. Unterhalb des Auges beginnt eine rußige, blaurote Längsbinde bis zur oberen Schwanzflossenbasis, nicht immer in gleicher Stärke vorhanden – besonders ausgeprägt in der Laichzeit. Flossenbasen zart orangefarben – in der Laichzeit leuchtend orangerot

Länge: 12 bis 18 cm (max. 25 cm).
Verbreitung: Lebt in schnellfließenden Gewässern des oberen Donau- Rhein- und Rhonegebietes. Schwarmfisch. In Seen halten sie sich in tieferen Schichten des freien Wassers auf. Boden- und Planktonfresser der als stark gefährdet gilt.
Laichzeit: März bis Mai - Kieslaicher. Über die Fortpflanzung des Strömers ist nur wenig bekannt.
 

Steingressling (Gobio uranoscopus; AGASSIZ, 1928)

Wie Gründling. Die Bartfäden reichen zurückgelegt bis hinter das Auge. Kehle beschuppt. Große Schuppen, 40 bis 42 entlang der Seitenlinie. Schlundzähne zweireihig. Rücken graubraun bis schwärzlichgrau, mit 5 dunklen, verwaschenen Querbinden, die bis zur Seitenlinie reichen. Flanken heller, grausilbern. Bauchseite weiß. Alle Flossen gelblich. Rücken und Schwanzflosse mit 1 bis 2 dunklen Punktbinden.

Länge: 10 bis 12cm; max. 15cm
Verbreitung: Nur im Einzugsbereich der Donau in sauerstoffreichen, schnell fließenden Gewässern. Vom Aussterben bedroht!
Laichzeit: Wie Gründling

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Silberkarpfen (Hypophthalmichthys molitrix; VALENCIENNES, 1844)

  

Tolstolob; engl. Silver-carp.

Ist vom Marmorkarpfen schwer zu unterscheiden. Marmorkarpfen und Tolstolob können vor allem am Unterkiefer unterschieden werden. Dieses ist beim Marmorkarpfen deutlich stärker ausgeprägt als beim Tolstolob.
Hochrückiger als der Amur seitlich abgeflacht und auffallend großes oberständiges Maul. Augen relativ klein und sehr tief liegend. Riesige Kiemendeckel mit großen Kiemenbögen. Schuppen ebenfalls kleiner als beim Amur und blaugrau - bei Jungfischen silberfarben.

Länge: bis 1m; Gewicht bis über 20 kg
Verbreitung: Die großen Monsunflüsse Südostasiens (Jangtsekiang und Hoangho) bei uns ebenfalls 1971 eingebürgert.
Laichzeit: wie Graskarpfen (Amur)
Besatz:
Ein Besatz mit Silberkarpfen bedarf der Genehmigung des zuständigen Fischereirevierverbandes.

Foto: Harra Hans "Fischweid" 1990
Marmorkarpfen zum Vergleich
Maul Silberkarpfen(Tolstolob)
Maul Marmorkarpfen

Anmerkung: Bei der Beschreibung der allochthonen Cypriniden danken wir Hrn. Mag. R. HEUBERGER vom Verband der Österr. Arbeiter – Fischerei - Vereine (VÖAFV) für die Mitarbeit und die obigen Bilder für die Unterscheidung der beiden eingebürgerten asiatischen Cypriniden.
Sichling (Pelecus cultratus; L., 1758)

Ziege, Messerfisch, Messerkarpf, Zicke.

Messerförmiger Körper mit fast gerader Rückenlinie und scharfkieligem, tief gesenktem Bauch. Die tief angesetzte Seitenlinie ist mehrfach gekrümmt Oberständiges Maul mit steil nach oben gerichteter Maulspalte. Große Augen. Die sehr kleine Rückenflosse steht weit hinten über der langen, niedrigen Afterflosse. Auffallend lange, kräftige, spitze Brustflossen, sehr kleine Bauchflossen. Nacken stahlblau oder blaugrün, Rücken bräunlich. Flanken silberhell mit rötlicher Tönung. Brustflossen, Rücken- und Schwanzflosse grau mit gelblichem Anflug, Bauch- und Afterflossen rötlich.

Länge: bis 40 cm, selten bis 60 cm und 2 kg schwer.
Verbreitung: In Schwärmen lebender Oberflächenfisch der Ströme und Haffe Osteuropas; im Schwarzen und Kaspischen Meer und deren Zuflüssen. Häufig im Plattensee; in der Donau früher bis Passau. Der Sichling erschien früher alle sieben Jahre in der Donau in Massen bei der Laichwanderung - heute gilt er als potentiell gefährdet!
Laichzeit: In den Monaten Mai bis Juni, selten noch im Juli, werden die zahlreichen Eier im Unterlauf der Flüsse, selten im Brackwasser, ins freie Wasser abgegeben. Die Eier schweben frei im Wasser.

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Schneider (Alburnoides bipunctatus; BLOCH, 1785)

Schußlaube, Steinlaube; franz.: Ablette spirlin, Spirlin.

Der Laube entfernt ähnlich, jedoch ist der Körper gedrungener, der Rücken höher, das Maul endständig. Die große Afterflosse beginnt erst hinter der Rückenflosse. Sicheres Merkmal: Die nach unten ausgebuchtete Seitenlinie ist von einer doppelten Reihe schwarzer Punkte eingefasst („Schneidernaht“). An den Flanken, oberhalb der Seitenlinie, ein breites, dunkles Band, das vom Auge bis zur Schwanzwurzel verläuft. Rücken braungrün bis blaugrün, Flanken und Bauch silberglänzend. Die Flossen zeigen eine hellorangegelbe Färbung, an Ihrer Basis finden sich oft gelbrote Flecken.

Länge: bis 15 cm.
Verbreitung: in der Barbenregion der Flüsse fast des ganzen europäischen Festlandes nördlich der Alpen und der Pyrenäen; auch in Altwassern. In Mittel- und Ostdeutschland selten. Die Schwärme des Schneiders stehen - im Gegensatz zur Laube - im allgemeinen in größerer Tiefe; an heißen Tagen auch an der Oberfläche. Auch der Schneider ist als gefährdet einzustufen.
Laichzeit: In den Monaten Mai und Juni werden die Eier in schnell fließendem Wasser auf kiesigem Grund abgelegt. Die ca. 2mm großen Eier sind stark klebrig. Die gelbroten Flossenwurzeln und das dunkle Seitenband treten in der Laichzeit stärker hervor.
 

 
Schleie (Tinca tinca; L., 1758)

Viele Namen. Engl.: Tench; franz.: Tanche.

Die Schleie ist vom Angler besonders leicht zu identifizieren. Wenn auch ihre Farbe noch der jeweiligen Umgebung variieren kann, ist dicke Schleimschicht, die ihre Haut bedeckt, ein besonderes Charakteristikum. Diesem Schleim wurde übrigens in früheren Zeiten von vielen Menschen eine Heilkraft bei verschiedenen Gebrechen zugeschrieben (Fabel). Gedrungener, kräftig gebauter Körper mit hohem Schwanzstiel. Kleine Augen. Kleine, endständige Mundspalte, 1 Bartfaden an jedem Mundwinkel. Winzige Schuppen, tief in die dicke, schleimige Oberhaut eingebettet. Alle Flossen abgerundet. Männchen mit verlängerten Bauchflossen, Schwanzflosse nur schwach eingebuchtet. Schlundzähne einreihig. Rücken meist dunkelgrün oder dunkelbraun Flanken heller mit Messingglanz, Bauchseite gelblichweiß.

Länge: 20-30 cm, max. 70 cm und 6 kg.
Verbreitung: In ganz Europa bis nach Sibirien weit verbreitet. Sie ist hauptsächlich in langsam fließenden Gewässern und flachen, wärmeren Seen und Teichen mit dichten Pflanzenbeständen und Schlammgrund anzutreffen. Hält sich tagsüber meist in Bodennähe auf und wird erst mit Beginn der Dämmerung lebhafter.
Laichzeit: Mai bis Juli. Die sehr kleinen Eier haften an Wasserpflanzen. Die ausschlüpfenden Larven besitzen Klebedrüsen am Kopf, mit denen sie sich bis zum Aufzehren des Dottersacks an Wasserpflanzen festheften.
Über die Zahl der gelegten Eier gibt es widersprüchliche Aussagen wie bei nahezu allen Fischen. Wahrscheinlich aber wie beim Karpfen.

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Schied, (Aspius aspius; L., 1758)

Rapfen; engl.: Chrup; franz.: Aspe

Langgestreckter, seitlich etwas abgeflachter Körper. Das oberständige Maul ist tief gespalten. Der etwas verlängerte, vorstehende Unterkiefer besitzt einen Höcker, der in eine Kerbe des Oberkiefers paßt. Kleine Schuppen, verhältnismäßig kleine Augen. Der Bauch bildet zwischen Bauchflossen und After eine Kante. Tief ausgeschnittene Schwanzflosse. Schlundzähne zweireihig. Rücken und Oberseite des Kopfes olivgrün, mit bläulichem Schimmer. Flanken heller, mit gelblichen Schimmer. Bauchseite silbrigweiß. Brust- und Bauchflossen sowie Afterflosse grauoliv mit rötlicher Tönung. Weißes, wohlschmeckendes Fleisch, aber sehr grätenreich.

Länge: 5o - 75 cm, max. 120cm.
Verbreitung: In der Barbenregion von Fließgewässern, größeren Seen und Haffen von Mitteleuropa bis zum Ural und dem Kaspischen Meer sowie im südlichen Skandinavien. Jungfische leben in kleinen Rudeln in Ufernähe. Mit zunehmendem Alter werden sie zu Einzelgängern, die sich in der Flußmitte aufhalten. Wird in Österreich bereits als gefährdet eingestuft; und ist an vielen Stellen der Donau heute nur mehr ein seltener Gast.
Laichzeit: April bis Juni. Männchen mit körnigem Laichausschlag. Die Eiablage der klebrigen Eier mit einem Durchmesser von 1,3-1,5 mm erfolgt an stark überströmten Kiesbänken.. Pro Weibchen werden 50.000-300.000 Eier abgegeben. Die Geschlechtsreife tritt im 4.-5. Lebensjahr ein. Die Larven schlüpfen nach 10 bis 17 Tagen bei einer Wassertemperatur von ca. 10 °C und leben im Kieslückensystem, wo sie sich von winzigen wirbellosen Nährtieren ernähren. Später werden Anfluginsekten und Fischbrut gefressen.
 

Rußnase (Vimba vimba;L.1758)

Zährte, Blaunase, Näsling, Rüßling, Sichling, Sindel.

Gestreckter seitlich abgeflachter Körper. (Länge zu Höhe ca. 4:1). Unterständige hufeisenförmig gebogene Maulspalte, mit stark vorspringender, runder, fleischiger schwarzer Schnauze (Verwechslung mit Nase) jedoch Unterlippe ohne hornigen Überzug (Hornränder). Große Augen; stark ausgeschnittene Schwanzflosse; Schlundzähne einreihig. Rücken und Oberseite des Kopfes graublau, Flanken heller, oft mit matt rötlicher Tönung; Bauch silberweiß. Rücken- und Schwanzflosse dunkelgraublau, übrige Flossen hellgelb mit rötlicher Tönung an der Basis. Schnauze schwarz bis blauschwarz (Rußnase, Blaunase).
 

Maulform der Rußnase
 

Länge: bis 50cm und 1kg (1962; 1,5kg)
Verbreitung: Langsam fließende Gewässer mit Sand- oder Schlammgrund in der Donau, sowie Einzugsgebiet der Nord- und Ostsee. In Oberösterreich und in südbayerischen Seen kommt der Seerüßling ( Vimba vimba elongata; Valenciennes, 1844) vor.
Laichzeit: Mai bis Juli an flachen Uferstellen; Kieslaicher; Männchen mit Laichaussschlag. Die Eiablage erfolgt nachts in strömendem Flachwasser. Pro Weibchen werden 25.000-300.000 klebrige Eier abgelegt, die am Kies und an Wasserpflanzen haften. Vom Boden aufgenommene Würmer, wirbellose Kleintiere und Schnecken bilden die Nahrung.
 

 
Rotfeder (Scardinius erythrophtalmus; L., 1758)

Engl.: Rudd; franz.: Rotengle.

Dem Rotauge ähnlich, jedoch im Unterschied zu diesem; leicht oberständiges Maul mit schräg nach oben gerichteter Maulspalte; Schuppen zwischen Bauchflossen und Afterflosse, diese ist nicht gerundet, sondern bildet eine scharfkielige Bauchkante; Augen nicht rot, sondern goldglänzend; Vorderrand der Rückenflosse steht über dem hinteren Ende der Bauchflosse. Bauch- After- Schwanz- und Rückenflossen rot, an der Basis dunkelgrau, Schlundzähne zweireihig. Die Grundfärbung wechselt. Rücken und Oberseite des Kopfes meist braungrün, Flanken messinggelb, Bauch silberweiß.

Länge: über 40 cm lang und bis 1,5 kg schwer, ausnahmsweise auch schwerer.
Verbreitung: Häufig vorkommender Schwarmfisch in stehenden und fließenden Gewässern fast ganz Europas und Mittelasiens. Auch im Brackwasser. Bis 1800 m ü. d. M.
In Seen vorwiegend in der Uferregion, vor allem in der Nähe von Krautbeeten, Seerosenbeständen, häufig an der Wasseroberfläche, da weniger vorsichtig und lichtempfindlich als die Plötze. In Flüssen meidet die R. lebhafte Strömung und bevorzugt stille, stark bewachsene Buchten.
Laichzeit: In den Monaten April bis Juni, selten später, werden die zahlreichen, rötlichen kleinen Eier (90.000-200.000 Stück) an Wasserpflanzen abgelegt. Männchen mit körnigem Laichausschlag auf Kopf und Rücken. Nach 3-10 Tagen schlüpft die Brut. Nahrung sind wirbellose Kleintiere, Plankton, Anfluginsekten, Fadenalgen, sowie weichblättrige Wasserpflanzen.

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Perlfisch (Rutilus frisii meidingeri; Heckel, 1852)

 
 

Körper spindelförmig, im Querschnitt fast drehrund; Mundspalte klein. Maul leicht unterständig, gerundete, vorragende Schnauze; Männchen zur Laichzeit mit starkem, fast dornigem Laichausschlag auf dem Kopf und der oberen Körperhälfte. Rücken schwärzlichgrün, nach den Seiten aufhellend. Bauch silberweiß. Flossen grau bis graugrün, durchscheinend. Zur Laichzeit mit roter Bauchseite.

Länge: bis 70 cm
Verbreitung: kleine Population in der Donau; Tiefenzone größerer Alpenseen z.B. Mondsee, Attersee und Traunsee. Stark gefährdet sind die Populationen in der Donau.
Laichzeit: April bis Mai in den Zuflüssen der Seen, wo er in kleinen Schwärmen auf flachen durchströmten Uferstellen laicht.

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Nerfling (Leuciscus idus; L., 1758)

Aland, Orfe, Seider Gängling, Rohrkarpfen; Engl.: Ide; franz.: Ide melanote, Orfe.

Der Nerfling hat gleich dem Döbel, dem er ähnelt, einen gedrungenen, seitlich etwas zusammengedrücktem Körper; er ist jedoch schmaler und hochrückiger, Kopf und Maul sind kleiner, auch weist sein Schuppenkleid nicht die netzartig schwärzliche Zeichnung des Döbels auf. Der Hinterrand der Afterflosse ist deutlich eingebuchtet. Das endständige Maul ist eng und schräg nach oben gespalten. Zwei Reihen von Schlundzähnen. Mittelgroße Schuppen; Rücken und Oberseite des Kopfes schwarzblau oder dunkelgraublau, Flanken und Bauch silberhell, zur Laichzeit messinggelb. Rücken- und Schwanzflosse graublau, die übrigen Flossen rötlich.
Die Goldorfe, eine rötlich gefärbte Spielart des Alands, wird häufig als Zierfisch in Teichen gehalten.

Länge: bis 60 cm, selten bis 80 cm und 8 kg schwer.
Verbreitung: In größeren Flüssen und Seen Europas nördlich der Alpen und Pyrenäen. Auch im Brackwasser der Ostsee. Nicht in der Schweiz. In Österreich stark gefährdet! Bestand in der Donau seit Errichtung der KW-Kette nahezu erloschen.! Extremste Gefährdung der kleinen Restpopulationen im Bereich der Flußmündungen durch den Fraßdruck durch Kormorane im Winter! (z. B: Schwechat)
Der gesellig lebende A. steht in der warmen Jahreszeit meist an der Oberfläche in lebhafter Strömung, an Buhnenköpfen, Wehren, zwischen Krautbetten, über Kiesbänken, auch an flacheren, sandigen Uferstellen. im Winter in tieferem, ruhigem Wasser.
Laichzeit: In den Monaten April bis Juli vereinigen sich die Alande zu großen Schwärmen und ziehen flussaufwärts (Laichwanderung). Im ruhigen Wasser der Uferregion über sandigem Grund werden die sehr zahlreichen Eier unter heftigem Plätschern an Steinen und Wasserpflanzen abgelegt Männchen mit Laichausschlag. Pro Weibchen werden 40.000 - 70.000 Eier abgelegt.

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Nase (Chondrostoma nasus; L., 1758)

Näsling; engl.: Makrel; franz.: Nase

Langgestreckter, etwas zusammengedrückter, spindelförmiger Körper. Weit vorragende, stumpfe Schnauze (Name). Stark unterständiges quergestelltes Maul mit bernsteingelben, scharfen Hornrändern. Auffallend das schwarze Bauchfell. Rücken schwärzlichgrün oder dunkelblaugrau, Flanken matt silberglänzend. Bauch gelblichweiß, zur Laichzeit mit rötlichem Schimmer. Rücken- und Schwanzflosse dunkelgrau mit rötlichem Anflug, die übrigen Flossen gelblichrot bis violett.

Maulform der Nase

 
Länge: bis 40cm; max. 50cm und 2kg.
Verbreitung: In fließenden Gewässern der Äschen- und Barbenregion, vor allem Rhein- und Donaugebiet. In Österreich durch die Kraftwerksbauten starke Rückgänge zu verzeichnen, als rheophiler (strömungsliebender) Wanderfisch legt die Nase Wanderungen bis 300km zurück, die sie durch die Unterbrechung des Gewässerkontinuums nicht mehr vorfindet. Bestände in der österreichischen Donau überaltert! Gefährdungsgrad wird da neue Erkenntnisse neu definiert! Nur noch in den Mündungsgebieten der Zubringer als Laichfisch nachgewiesen.
Laichzeit: März bis Mai; zieht in riesigen Schwärmen flussaufwärts in die Nebenflüsse laicht aber auch in der Donau selbst wo noch Schotterbänke vorhanden sind; Kieslaicher. In flachem, schnellfließenden Wasser über Kiesgrund werden pro Weibchen 20.000-60.000 (100.000 nach anderen Angaben) Eier abgegeben, die am Kies festkleben. Überwinterung in tiefen, strömungsberuhigten Bereichen. Die Nahrung besteht aus Plankton und Algen, die sie mit der verhornten Lippe von Steinen abschaben.

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Moderlieschen (Leucaspius delineatus; HECKEL, 1843)

 
Sonnenfischchen, Zwerglaube; franz.: Able de Heckel.

Schlanker, seitlich etwas zusammengedrückter Körper. Oberständiges, kleines, schräg nach oben gerichtetes Maul. Verkümmerte, höchstens über zwölf Schuppen reichende Seitenlinie. Schuppen leicht ausfallend. Große Augen. Rücken olivgrün, Flanken und Bauch silberweiß, manchmal schwach golden oder violett schimmernd. Flossen hellgelb oder weißlich.

Länge: Durchschnittlich 8 bis 10 cm lang.
Verbreitung: In stehenden und langsam fließenden kleinen Gewässern, Sümpfen und Gräben Mittel-, Ost- und Nordeuropas von der Wolga bis zur Schelde, meist nicht höher als 400 m ü. d. M. Zu Schwärmen vereinigt und in ständiger Bewegung suchen die Moderlieschen den Grund nach Nahrung ab, kommen auch an die Oberfläche. Stark gefährdet in Österreich!
Laichzeit: in den Monaten April bis Juni werden die Eier in ringförmigen Bändern an Pflanzen geklebt und vom Männchen bewacht.
 

Marmorkarpfen (Hypophthalmichthys nobilis; VALENCIENNES, 1844)

 

Ist vom Tolstolob (Silberkarpfen) schwer zu unterscheiden.

Mäßig gestreckter seitlich abgeflachter und leicht hochrückiger Körper. Kleine Schuppen; großer Kopf mit obenständigem Maul und tief unter der Maulspalte liegenden kleinen Augen. Färbung silbergrau mit Marmorierungen in den Schuppen.
Marmorkarpfen und Tolstolob können vor allem am Unterkiefer unterschieden werden. Dieses ist beim Marmorkarpfen deutlich stärker ausgeprägt als beim Tolstolob.

Länge: bis über 1 m, Gewicht bis 50 kg
Verbreitung: Heimat Ostasien und China. Durch Besatz auch bei uns gezielt eingeschleppt. Der Marmorkarpfen filtert mit seinem Kiemenreusenapparat Plankton aus dem Wasser. Wurde bei uns zur Bekämpfung des Algenwachstums eingeführt – sollte aus ökologischen Gründen nicht besetzt werden.
Besatz bedarf in Niederösterreich der Genehmigung des zuständigen Fischereirevierverbandes.
Laichzeit: kann sich bei uns aus klimatischen Gründen nicht fortpflanzen.
 

Maul Silberkarpfen(Tolstolob)
Maul Marmorkarpfen
 
Anmerkung: Bei der Beschreibung der allochthonen Cypriniden danken wir Hrn. Mag. R. HEUBERGER vom Verband Österr. Arbeiter – Fischereivereine (VÖAFV) für die Mitarbeit und die obigen Bilder für die Unterscheidung der beiden eingebürgerten asiatischen Cypriniden.

Mairenke (Chalcalburnus chalcoides mento; AGASSIZ, 1832 )

 
Seelaube, Schiedling.

Nahe Verwandte der Laube. Wird größer als diese, die Zahl der Schuppen ist höher. Der nach oben stehende, verdickte Unterkiefer ist länger als der Oberkiefer. Rücken- und Schwanzflosse zeigen meist einen schwärzlichen Anflug. Rücken blaugrün, Flanken silbrigweiß.

Länge: bis 40 cm
Verbreitung: In den Flüssen und Seen des Donaugebietes und im Südosten Europas.
Laichzeit: April bis Juni; Männchen mit Laichausschlag. Laichverhalten wie Laube.
 

 
Laube, (Alburnus alburnus; L., 1758)

Ukelei, Grasel, engl.: Bleak; franz.: Ablette

Schlanker, langgestreckter seitlich abgeflachter Körper. Kleines oberständiges Maul, steil nach oben gerichtete Maulspalte. Vorstehender, nicht verdickter Unterkiefer. Kiel zwischen Bauchflossen und After schuppenlos. Feine leicht abfallende, mittelgroße Schuppen, aus denen unter Zugabe von Ammoniak die Guaninkristalle für die Herstellung künstlicher Perlen gewonnen werden. Afterflosse deutlich länger als die Rückenflosse. Die Afterflosse beginnt unter dem Hinterende der Rückenflosse. Schlundzähne zweireihig, gesägt. Reusendornen lang, dicht stehend. Rücken grau- bis blaugrün, Flanken und Bauchseite stark silberglänzend. Rücken- und Schwanzflosse hellgrau bis grünlich. Paarflossen und Afterflosse weißlich mit orangefarbenem Ansatz. Gesellig lebender Oberflächenfisch, sowohl in der Ufer- als auch in der Freiwasserzone. Er bevorzugt ruhige Stellen und meidet trübe Gewässer und allzu dichten Pflanzenwuchs. Laichzeit

Länge: 12 bis 15 cm, max. 22 cm.
Verbreitung: Einer der häufigsten Fische in größeren Seen und Flüssen der Barben- und Bleiregion ganz Europas nördlich der Alpen
Laichzeit: April bis Juni. Männchen mit Laichausschlag. Das Ablaichen erfolgt an flachen, kiesigen Uferstellen oder in den Zu- und Abflüssen der Seen. Die klebrigen Eier ( 1.000 bis 1.500 Stück ) haften an Steinen und Pflanzen Das Ablegen des Rogens erfolgt in mehreren Raten. Brutdauer 5 bis 10 Tage je nach Wassertemperatur.
 

Kessler-Gründling (Gobio kessleri; DYBOWSKI, 1862)

 
Langgestreckter fast drehrunder Körper. Maul unterständig, 2 lange Bartfäden welche bis zum Augenhinterrand reichen. Rücken schwärzlichgrau, mit undeutlichen Flecken zur grausilbernen Seite. Bauch weiß. Rücken- und Schwanzflosse haben 1 bis 3 dunkle Binden.

Länge: 10 bis 12cm; max. 15cm.
Verbreitung: Donau-Nebenflüsse von der Slowakei bis Bulgarien; auch in Österreich nachgewiesen. Vom Aussterben bedroht!
Laichzeit: wie Gründling

Etymologische Spurensuche – pdf-Datei
 

Wildkarpfen (Cyprinus carpio morpha hungaricus)

Donaukarpfen

Stammform des Karpfens. „Schuppenkarpfen“ mit gestrecktem seitlich zusammengedrücktem Körper. Endständiges, unbezahntes vorstülpbares Maul. 4 Bartfäden [Barteln(2 lange, 2 kürzere)] von denen die 2 größeren etwa am Mundwinkel, die zwei kleineren über der Oberlippe sitzen. In den Barteln scheint weniger der Tast - als der Geschmackssinn konzentriert zu sein. In drei Reihen angeordnete Schlundzähne. Relativ große Augen. Lange Rückenflosse mit eingekehltem Oberrand, die sich fast bis zum Schwanzansatz zieht. Die stark eingeschnittene Schwanzflosse besteht nur aus Weichstrahlen. Der jeweils längste Strahl der Rückenflosse und der kurzen Afterflosse ist hinten sägeartig gezackt. Der dunkle Rücken schwankt in der Färbung zwischen graugrün und schwarzgrün, Bauch weiß bis goldgelb. Flossen graugrün mit bläulichem Ton, oft auch rötlich.

Länge: 35 bis 50cm; max. 1,2m bis 30 kg
Verbreitung: In stehenden und langsam fließenden pflanzenreichen, nicht zu kalten Gewässern Europas mit Ausnahme der nördlichsten Teile. Stark gefährdet - wird heute durch zahlreiche Besatzprojekte in der Donau gefördert, bedingt durch seine Ansprüche an die Gewässertemperatur.
Laichzeit: Mai bis Juli bei Wassertemperaturen zwischen 18 und 20 °C. Eier werden an Pflanzen abgelegt.
 

 


Der Wildkarpfen
Die Donau (Istros, Hister, Danuvius, Dunai, Dunarea, Dunav – von den Kelten bis zu den Bulgaren wechselt sie ihren Namen) ist nach der Wolga der längste Strom Europas. 2888 km fließt sie von der Quelle der Breg im Schwarzwald und der Brigach bei Donaueschingen bis zur Mündung ins Schwarze Meer. Kein anderer Strom verbindet so viele Völker, Kulturen und Weltreligionen. Die österreichische Donaulandschaft (obere Donau) – 350 km fließt sie durch Österreich, davon sind aber nur mehr ca. 70 km freie Fließstrecke – wird durch einen stetigen Wechsel von Engtälern und weiten flachen Beckenlagen geprägt. Bis zum Gefällsbruch bei Gönyü ist sie ein Gebirgsfluss. 2.412 km ihrer Länge sind, bei einer Gefällshöhe von 150 m, schiffbar. Durch die Enge Leopoldsberg-Bisamberg ergießt sich die Donau in das Schwemmland des Marchfelds, bis sie schließlich durch die Hainburger Pforte unser Staatsgebiet wieder verlässt.
Über viele Jahrzehnte hielt sich in den weiten Buhnenfeldern der Donau unterhalb Wiens und im Mündungsbereich der March und Thaya "Cyprinus carpio morpha hungaricus", der auch als Wildkarpfen bezeichnet wird.
Der Artname carpio stammt möglicherweise aus dem Alpengebiet und soll keltischen Ursprungs sein. Ob ein Zusammenhang mit dem griechischen Wort karpos (= Frucht) besteht, ist zweifelhaft. Unabhängig vom Wahrheitsgrad ist es auf jeden Fall eine schöne Deutung des wissenschaftlichen Namens Cyprinus carpio, den der schwedische Naturforscher LINNÉ (1707–1778) dem Karpfen gab, wenn er mit einer Göttin der Fruchtbarkeit und Schönheit in Verbindung gebracht wird. (Frei nach Fixher und Teichwirt 12/2003)
BALON kommt 1968 nach eingehendem Studium der Herkunft des Wildkarpfens zum Schluss, dass es sich hier um eine ursprüngliche Donauform handelt. Er unterscheidet sich von der Zuchtform des Schuppenkarpfen durch seine gestreckte walzenförmige Körperform mit rundlichem Querschnitt. Das beste erfassbare Unterscheidungsmerkmal ist das Verhältnis der Totallänge zur Körperhöhe (L:H). Dieser als Profilindex bezeichnete Wert liegt beim Wildkarpfen zwischen 4,2 und 4,5.
Der Wildkarpfen ist ein typischer Bewohner des Potamalbereichs – der Barben-Brachsenregion. Typisch für diesen Lebensraum ist ein stark verzweigter, mäandrierender Flussverlauf.
Zum Ablaichen benötigt er als Krautlaicher großflächige und dauerhaft überschwemmte Auwiesen. Angebundene Altarme mit hoher Nährstoffproduktion, die zumindest phasenweise Stillwassercharakter haben, sind die besten Vorraussetzungen zum Aufwuchs der Jungfische und sind als Futterplatz und auch als geschützte Wintereinstände geeignet.
 

 
Landesfischermeister Dr. A. Öckher und Präs. Ing. M. Schremser beim Wildkarpfenbesatz mit vielen Zuschauern

Oft kann ein Flussabschnitt allein die unterschiedlichen Lebensraumansprüche nicht abdecken, sodass diese Fischart saisonale Wanderungen unternimmt. Dabei kann als bestätigt angenommen werden, dass diese Fische im Laufe ihres Lebens mehrere hundert Kilometer Fluss durchstreifen.
Der Wildkarpfen ist ein exzellenter Lebenskünstler. Er besitzt die Fähigkeit sich an seine Lebensbedingungen, wie selten ein anderer Fisch, anzupassen. Seine Genügsamkeit bei der Nahrungsaufnahme ist verblüffend. Die Hauptnahrung dieses Fisches besteht aus sämtlichen Wasserinsekten, Larven, Würmern, Zoo-Plankton, verschiedene Samen, Algen sowie Fischbrut.
Seine Nahrungsaufnahme erfolgt bis zu einer Wassertemperatur von 3° - 4° C. Der niedrige Sauerstoffverbrauch liegt weit unter dem des Hybridkarpfen und ist mit der Karausche vergleichbar. Durch sein dichtes, stabiles Schuppenkleid ist er weitläufig vor blutsaugenden Parasiten, wie z. B. Karpfenlaus und Fischegeln geschützt. Seine charakteristische Körperform (langer, schlanker Rumpf) ist sehr von seiner Nahrungsaufnahme abhängig. Wildkarpfen denen reichlichst Nahrung zur Verfügung steht, können von ihrer Idealkörperform etwas abweichen und leicht in die hochrückige Form übergehen. Beim Aussetzen in Naturgewässer bildet sich die Körperform innerhalb eines Jahres wieder in die charakteristische, schlanke Urform zurück.

Wildkarpfen am Weg in die Freiheit


Der Wildkarpfen laicht bei einer niedrigen Wassertemperatur in der Regel bei 14° bis 15°C das erste Mal ab. Sein Laichverhalten unterscheidet sich wesentlich vom gezüchteten hochrückigen Schuppen- oder Spiegelkarpfen. Er ist ein sogenannter Portionslaicher. Seine Eierabgabe erfolgt in kleinen Portionen von Mai bis August. Dadurch ist ein Überleben der Brut im weitesten Maße gesichert, auch wenn umweltbedingte Faktoren wie z. B. Kälteeinbruch oder Wasserschwankungen einige Ablaichvorgänge zu Nichte machen.
Seine Geschlechtsreife entwickelt sich meist im 3. Lebensjahr.
Das Gewicht der 3-jährigen Wildkarpfen beträgt unter normalen Umständen im Herbst 1,7 bis 2 kg.
Bei ausreichendem Nahrungsangebot steht der Wildkarpfen seinem Konkurrenten dem Hybridkarpfen hinsichtlich des Gewichtes nicht nach. Der mögliche Größenunterschied zwischen den beiden Karpfenarten besteht darin, dass der Wildkarpfen wesentlich aktiver in seiner Art und Lebensweise ist als der Hybrid und damit mehr Energie verbraucht. Wer einmal einen Wildkarpfen mit der Angel gefangen hat, bemerkt sofort den Unterschied.
Bei einer geplanten Wiedereinbürgerung von Wildkarpfen, hat die Praxis gezeigt, dass der Besatz von
1-jährigen Tieren bessere Erfolgsaussichten bringt.
Da die Wildkarpfen ihre Nahrung zum größten Teil aus dem Teichboden beziehen und im Verhältnis zum Hybridkarpfen eher scheue Tiere sind, ist der Verlust durch Kormorane und Fischreiher sehr gering.
Verschiedene Pilotprojekte zeigten, dass die Aufzucht von Wildkarpfen bei entsprechend qualifizierten Züchtern möglich ist.

Heute wird in unseren Donaurevieren jedes Jahr eine stattliche Anzahl von Wildkarpfen ausgebracht und auch in der Thaya im Waldviertel werden Projekte forciert. In der Fischereiverordnung 2002 des Bundeslandes NÖ wurde die Forderung, dem Wildkarpfen eine besondere Schonzeit (1. Mai bis 30. Juni) zuzuweisen, entsprochen.
 


Ein Wildkarpfen wird zurück gesetzt
Karpfen (Cyprinus carpio; L., 1758)

 
Engl.: Carp; franz.: Carpe

Bei den Zuchtformen deren Körperform gestreckt oder hochrückig sein kann unterscheidet man:
Schuppenkarpfen, mit vollständigem Schuppenkleid.

 

Zeilkarpfen, mit einer oder selten mehreren Reihen von gleich großen Spiegelschuppen auf den Körperseiten entlang der Seitenlinie.


Alte Donau

 

Spiegelkarpfen, mit unregelmäßig verteilten, verschieden großen Spiegelschuppen. Vom Kopf bis zum Schwanz verläuft am Rücken meist eine kontinuierliche Reihe von Schuppen und auch der Schwanzstiel ist beschuppt.


Alte Donau

 

Lederkarpfen (Nacktkarpfen) ohne oder mit nur wenigen Schuppen. Die Zuchtformen werden aus Gründen der leichteren Beschaffbarkeit heute meist für Besatz verwendet ohne der Wassertemperatur wegen in unseren Fließgewässern laichen zu können. Deshalb sollte der Zucht von Wildkarpfen der Vorzug gegeben werden. Schon Einkreuzungen von Zuchtkarpfen mit Wildkarpfen zeigen deutliche höhere Bereitschaft zu laichen.


Alte Donau

 

Länge: 35 bis 50cm; max. 1,2m bis 30 kg
Verbreitung: ist heute weltweit verbreitet und wird als Speise- in manchen Ländern auch als Futterfisch gezüchtet - vorwiegend in Teichwirtschaften.
Laichzeit: Mai bis Juli bei Wassertemperaturen zwischen 18 und 20°C
Der „Zuchtkarpfen“ ist empfindlicher gegenüber Wassertemperaturen als der Wildkarpfen. Bevorzugte Temperatur ca. 20 °C. Der Rogner legt je nach Gewicht zwischen 60.000 und 500.000 Eier (ca. 250.000 Stk/kg Rogner) an Wasserpflanzen ab, welche befruchtet dort hängen bleiben, nach 3 bis 4 Tagen schlüpfen die Larven.
Karpfen können 20 Jahre und älter werden

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Karausche (Carassius carassius; L., 1758)

Bauernkarpfen, Moorkarpfen, Schneiderkarpfen, Gareisel u.a. Engl.: Crucian-carp; franz.: Carassin

Dem Schuppenkarpfen ähnlich, der Körper ist sehr hoch und seitlich etwas zusammengedrückt, keine Barteln, Auf der Schwanzwurzel befindet sich, vor allem bei den jüngeren Fischen, ein kleiner dunkler Fleck („Petrusfleck“) – dieser fehlt beim Karpfen. Hoher Rücken, besonders im Alter; sehr lange und hohe Rückenflosse mit leicht nach außen gewölbtem Oberrand. Schwanzflosse nur leicht eingebuchtet. Lückenloses Schuppenkleid. Rücken dunkelolivegrün, Flanken gelblichgrau, Bauch messinggelb. Brust-, Bauch- und Afterflosse grau mit rötlichem Anflug.
Zur leichteren Unterscheidung mit dem leicht zu verwechselnden Giebel ist – sofern kein Schwanzwurzelfleck eindeutig sichtbar – nur die Färbung des Körpers hilfreich: die Karausche ist messing-, bronze- bis goldfarben gefärbt; hingegen der Giebel silber - bzw. aluminiumfarben.

Länge: meist bis 30cm und 1kg, selten über 2kg (1963; 2,65kg)
Verbreitung: anspruchslos und fast über ganz Europa verbreitet, lebt auch im Brackwasser; bei massenhaftem Auftreten - Kümmerformen. Potentiell gefährdet.
Laichzeit: Mai bis Juli; Krautlaicher.
Bevorzugte Wassertemperatur wie Karpfen nur unempfindlicher. Weibchen legt in Raten zwischen 200.000 und 300.000 Eier an Wasserkräuter, die Larven hängen 2 bis 3 Tage mit winzigen Haftorganen an den Wasserpflanzen bis der Dottersack aufgebraucht ist.
Geschlechtsreife tritt im 3. – 4. Jahr ein.

Die Karausche kreuzt sich gerne mit dem Karpfen, die Bastarde speziell die männlichen gelten als unfruchtbar.
 

Hasel (Leuciscus leuciscus; L., 1758)

Engl.: Dace; franz.: Vandoise.

Kleinwüchsiger, schlanker Cyprinide, dem Döbel ähnlich. Der Kopf ist jedoch schmäler, das unterständige, vorstülpbare Maul kleiner und enger; die kleineren Schuppen sind nicht dunkel umsäumt. Der Hintergrund der Afterflosse ist nach innen eingebogen. Die Schwanzflosse ist stark ausgeschnitten. Grundfarbe heller, der Silberglanz der Schuppen lebhafter, die Flossen blasser. Rücken blauschwarz. Flanken und Bauch weißglänzend oder gelblich. Die paarigen Flossen und die Afterflosse sind blaßgelb bis orangerot, Rücken- und Schwanzflosse grau bis dunkelgrau.

Länge: Meist nur bis 30 cm lang und etwa 300 g schwer, selten bis 40 cm und 500 g.
Verbreitung: In den meisten fließenden Gewässern Europas nördlich der Alpen, vor allem in der Barbenregion. In Seen an Zu- und Abflüssen. Der gesellig lebende Hasel steht fast während des ganzen Jahres an der Wasseroberfläche in lebhafter Strömung, mit Vorliebe an flacheren Stellen über Kies- oder Sandgrund.
Laichzeit: In den Monaten März bis Mai werden die wenig zahlreichen Eier in schwacher Strömung auf sandigem Grund abgelegt. Männchen mit feinkörnigem Laichausschlag auf dem ganzen Körper.
 

Güster (Blicca björkna; L., 1758)

Blicke, engI.: Bream FIat; franz.: Bordeliere.

Ein dem Blei sehr ähnlicher hochrückiger Cyprinide. Vom Blei unterscheidet sich die oft massenhaft vorkommende G. durch das weit vorn sitzende Auge, dessen Durchmesser größer als die Schnauzenlänge ist, die an der Basis rot gefärbten Brust und Bauchflossen und die etwas kürzeren, nicht bis zum Ansatz der Bauchflossen reichenden Brustflossen. Die Schlundzähne stehen doppelreihig, nicht in einer Reihe wie beim Blei. Wegen der Größe und Derbheit der Schuppen fühlt sich die G. härter und rauher an als der Blei mit seinen weicheren, schleimüberzogenen Schuppen.

Länge: durchschnittlich 20 cm, höchstens 30 cm lang.
Verbreitung: Fast in allen Gewässern Österreichs und Deutschlands bis 600 m Höhe, nicht in Alpenseen.
Laichzeit: In den Monaten Mai und Juni werden die zahlreichen klebrigen, hellgelben Eier unter Springen und Plätschern an flachen, bewachsenen Stellen in der Nacht in mehreren Raten abgelegt (bis 100.000 Eier/Rogner) Männchen mit schwachem, feinkörnigem Laichausschlag.
 

Gründling (Gobio gobio; L., 1758)

 

Gressling

Spindelförmiger Körper mit langem dünnen Schwanzstiel. Langer niedriger abgeplatteter Kopf mit nach oben gestellten Augen. Am unterständigen Maul sitzt in den Winkeln je 1 Bartel. Die Bartel reichen höchstens bis zur Augenmitte. Rücken- und Afterflosse sind nur kurz. Beim Männchen sind die Brustflossen groß und reichen fast bis zur Basis der Bauchflosse. Auf den Körperseiten befinden sich 7 bis 11 blauschillernde Flecken bzw. Querbinden.

Länge:10 bis 15cm; max. 20cm
Verbreitung: Weite Verbreitung. An der Donau bis Bulgarien aber auch in weiten Strecken der ehemaligen UdSSR.
Laichzeit: Mai bis Juni. Geschlechtsreife wird nach 2 Jahren erreicht. Männchen hat während der Laichzeit einen feinkörnigen Laichausschlag.

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Graskarpfen (Ctenopharyngodon idella; VALENCIENNES, 1844)

 

Amurkarpfen, Weißer Amur; engl.: grass-carp

Der dem Aitel ähnliche F. hat im Gegensatz zu diesem ein leicht unterständiges Maul. An der oberen Maulspitze befindet sich ein beweglicher Lappen der zum Kappen der Pflanzen dient.
Relativ große dunkel umrandete Schuppen. Augen liegen auf Maulspalthöhe und geben dem Fisch seinen eigenartigen Ausdruck. Der pflanzenfressende „Weiße Amur“ stammt aus Asien und wurde zur Bekämpfung des Pflanzenwuchses in Teichen und Seen mit starkem Wasserpflanzenbewuchs eingesetzt (1971). Durch seine hohe Lebenserwartung kann er aber dort zu einer Bedrohung der Pflanzenbestände werden, da er auch Schilf frisst.
Wohlschmeckendes Fleisch!

Länge: bis 120 cm lang und 50 kg schwer.
Verbreitung: gesamtes Stromgebiet des Amur (Asien)
Laichzeit: Sommer in stark strömendem Wasser über Grund, nach unterschiedlicher Laichwanderung – in unseren Breiten nur ungesicherte Reproduktion (W. HONSIG - ERLENBURG)
Besatz: Ein Besatz mit Graskarpfen bedarf der Genehmigung des zuständigen Fischereirevierverbandes.
 


Marmorkarpfen zum Vergleich
Giebel (Carassius auratus gibelio; L., 1758 - BLOCH, 1783)

Silberkarausche

Der Giebel beansprucht den selben Lebensraum wie die Karausche und wird oft mit derselben verwechselt, besonders dann, wenn die unterschiedlichen Merkmale nicht besonders ausgeprägt sind, deutlichstes Merkmal ist der Knick im Nacken und das Fehlen des schwarzen Fleckes auf der Schwanzwurzel. Gestreckter, hochrückiger; seitlich abgeflachter Körper Keine Bartfäden. Große Schuppen; Rückenflosse hoch und lang, mit geradem oder nach innen gewölbtem Rand. Schwanzflosse eingebuchtet. Endständiges, nach oben gerichtetes, kleines Maul. Die Schuppen des Giebel sind größer als die der Karausche. Rücken dunkelgrau bis olivgrün, Seiten heller, Bauch gelblich – gelbbraun, mit Silberglanz. Keine Maulbarteln. Schlundzähne einreihig. Erster Kiemenbogen mit Reusendornen länger und dünner als bei der Karausche. Bauchfell schwarz pigmentiert.

Länge: 15-35 cm, max. 45 cm; max. 3kg.
Verbreitung: Stehende und langsam fließende Gewässer mit dichten Pflanzenbeständen und weichem Grund. Von Ostasien (Amurbecken) bis Sibirien. Heute durch Besatz weit verbreitet.
Laichzeit: Mai bis Juni. Die Eiablage erfolgt zwischen dichtem Pflanzenwuchs im Flachwasser
Geschlechtsreife am Ende des 3.- 4. Jahres (bei einer Länge von 15-20 cm).
Von verschiedenen Fischarten gibt es keine Männchen! Die Weibchen paaren sich mit artfremden Männchen, deren Spermien die Eier zwar nicht befruchten können, aber den Anstoß für die Keimentwicklung geben. Diese besondere Art von Jungfernzeugung (Parthenogenese) wird Gynogenese genannt. Die laichreifen Weibchen des Giebels mischen sich unter Laichschwärme verwandter Arten. In diesen Fällen entsteht nur eine Weibchenpopulation.

Allgemeines: Der Goldfisch {C. au. auratus) gleicht im Körperbau dem Giebel, besitzt jedoch etwas größere Schuppen. Er stammt aus Ostasien.
 

Frauenenerfling (Rutilus pigus virgo; HECKEL, 1852)

Donaunerfling, Frauenfisch; Engl.: Danube roach

Der dem Nerfling ähnliche F. hat im Gegensatz zu diesem ein unterständiges Maul und eine etwas vorspringende Schnauze. Der auffallend kleine Kopf, das unterständige Maul und die großen Schuppen verleihen dem Frauennerfling ein sehr markantes Äußeres. Gestreckter, leicht hochrückiger, seitlich abgeflachter Körper. Derbe Schlundknochen, einreihige Schlundzähne. Afterflosse gerade bis leicht eingebuchtet. Rücken und Oberseite des Kopfes grünlich, Flanken und Bauch metallisch blau oder grün glänzend. Rückenflosse matt bläulichgrün mit metallischem Glanz, die tief eingeschnittene Schwanzflosse rötlich mit grauem Saum, Brustflossen weißlich, Bauchflossen und Afterflosse an der Basis rötlich. In der Laichzeit kräftig rot gefärbt.

Länge: bis 50 cm lang und 2 kg schwer.
Verbreitung: Der meist am Grund stehende F. bewohnt die Donau bis Ulm und ihre größeren Nebenflüsse. Vom Aussterben bedroht, durch Verlust des Lebensraumes!
Laichzeit: April bis Mai. Färbung dann lebhafter, Männchen mit Laichausschlag (milchweiße Dornen). Die Eier werden an Steinen und Wasserpflanzen angeklebt. Pro Weibchen werden ca. 60.000 Eier abgelegt. Die Nahrung besteht aus wirbellosen Kleintieren (Würmern, Flohkrebsen und Schnecken). Lebensraum der Jungfische wegen der Schwierigkeit der Bestimmung unbekannt.

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Elritze (Phoxinus phoxinus; L., 1758)

Pfrille; engl.: Minnow; franz.: Vairon

Langgestreckter, fast drehrunder Körper, nur am Schwanzstiel seitlich abgeflacht. Kleines, endständiges Maul. Kleine Schuppen. Seitenlinie meist unvollständig, hinter der Körpermitte unterbrochen. Schlundzähne zweireihig. Je nach Gewässer ist die Färbung sehr variabel. Rücken meist graugrün. Flanken heller, mit Silberglanz, oft mit dunklen Querbinden und goldglänzendem Längsband. Bauchseite weißlich. Zur Laichzeit ist das Männchen dunkler gefärbt, mit rötlichem Bauch und einem hellen Fleck auf dem Kiemendeckel. Kleiner, lebhafter und sehr anpassungsfähiger Schwarmfisch, der sich meist nahe der Wasseroberfläche aufhält.

Länge: 7 bis 10 cm, max. 14 cm (Weibchen).
Verbreitung: Klare, sauerstoffreiche Fließgewässer und Seen mit Kiesgrund. In Europa von Nordspanien, Frankreich und den Britischen Inseln (mit Ausnahme von Nordschottland) bis zum Ural weit verbreitet. Durch seine Ansprüche potentiell gefährdet.
Laichzeit: April bis Juli. Beide Geschlechter mit Laichausschlag. Die Laichtiere ziehen im Schwarm flussaufwärts, die Seenbewohner an die Ufer. Das Ablaichen erfolgt an flachen Kiesbänken. Die klebrigen, Eier haften an Steinen, seltener an Pflanzen. Geschlechtsreife am Ende des 1. bis 2. Lebensjahres. Pro Weibchen werden dabei 200 - 1.000 klebrige Eier in den Kies abgegeben. Die Nahrung besteht aus Anfluginsekten und wirbellosen Kleintieren (Wasserflöhe, Insektenlarven). Wichtiger Futterfisch für Saiblinge und Forellen.
 

Brachse (Abramis brama; L., 1758)

Blei, Brasse, Breitling. Engl.: Bream; franz.: Breme.

Hochrückiger seitlich stark abgeplatteter Körper. Sehr kleines, fast unterständiges, vorstülpbares Maul; einreihige Schlundzähne. Kleine Augen, deren Durchmesser kleiner als die Schnauzenlänge ist. Fast vollständiges, schleimiges Schuppenkleid. Im Gegensatz zum Karpfen Rückenflosse mit sehr kurzer Basis, dagegen Afterflosse lang und stark eingebuchtet; sie reicht bis an die stark ausgeschnittene Schwanzflosse. Die Brustflosse reicht, zurückgeschlagen bis zum Ansatz der Bauchflosse. Rücken und Oberseite des Kopfes bleigrau bis schwärzlich, manchmal grünlich. Flanken heller mit leichtem Silberglanz bis messingfarben. Bauch weißlich, alle Flossen dunkelgrau.

Länge: bis 70cm und 6kg. In stehenden Gewässern wird die Brachse schwerer in Fließgewässern selten über 4kg.
Verbreitung: In Seen und langsam fließenden Gewässern (Brachsenregion) Mittel- Nord- und Osteuropas. Auch im Brackwasser der Ostsee; fehlt südlich der Alpen.
Laichzeit: Mai bis Juli; Krautlaicher; Männchen mit starkem Laichausschlag auf Kopf, Körper und Flossen. Geschlechtsreife im 3. bis 4. Lebensjahr. An flachen Uferstellen legen die Tiere dann an Wasserpflanzen meist in der Nacht unter heftigem Geplätscher je Tier 200.000-300.000 Eier ab mit einem Durchmesser von 1,6-2 mm. Nach 3-10 Tagen schlüpfen die Larven, die zunächst mit Hilfe eines klebrigen Sekrets an den Wasserpflanzen haften bleiben. Einige Tage nach dem Schlüpfen beginnen sie die Nahrungsaufnahme und ernähren sich zunächst von Rädertierchen, Einzellern und Algen, später auch Hüpferlinge und Insektenlarven. Brassen neigen zur Massenvermehrung, weshalb sie in überbevölkerten Gewässern oft verbutten. In den Wintermonaten ziehen sich die Fische oft an ruhige, tiefe Stellen zurück, wo sie in Schwärmen überwintern werden.
 


Blaubandbärbling (Pseudorasbora parva;TEMMINCK&SCHLEGEL,1842)

 

Pseudokeilfleckbarbe, Amurbärbling, Bunter Gründling; Engl.: stone moroco, false harlequin, topmouth minnow.
Der Körper ist relativ schlank – leicht hochrückig mit abgeflachtem Kopf. Auffällig ist der hohe Schwanzstiel. Das oberständige Maul ist klein und schräg aufwärts gerichtet. Die Schwanzflosse ist fast bis zur Hälfte eingeschnitten. Alle Flossen sind abgerundet. Die durchgehende Seitenlinie verläuft direkt in der Körpermitte. Die Grundfarbe ist grüngrau, der Rücken ist bräunlich. Die Flanken haben unterhalb der Seitenlinie - einschließlich dem Kiemendeckel - einen silbrigen Glanz, vom Kiemendeckel bis zum Schwanzstiel zieht sich ein bläuliches Band. Die Schuppen haben am hinteren Teil einen dunklen Fleck. Die Flossen sind fast durchsichtig und von gelblich-weißer Färbung.
Der Blaubandbärbling kann sehr gut hörbare Knack-Geräusche erzeugen, deren Entstehung unbekannt ist.

Verwechslungsgefahr:
Der Blaubandbärbling wird häufig mit dem ähnlichen Strömer verwechselt.
Unterschied: Der Strömer weist eine gebogene Seitenlinie auf, die orange gefärbt ist.


Länge: 4-6 cm
Verbreitung: Der Blaubandbärbling ist eine sehr anpassungsfähige Fischart und besiedelt Flüsse, Seen, Staugewässer, Gewässer in Sandgruben und Fischteiche. Gemieden werden schnell strömende Gewässer, können aber aktiv durchwandert werden. Die höchste Individuendichte erreicht der Blaubandbärbling in sehr nährstoffreichen Stillgewässern mit hohen Konzentrationen pflanzlichen Planktons. Die Nahrung besteht überwiegend aus Kleintieren (Zooplankton).
Die ursprüngliche Verbreitung dieser Art erstreckt sich von Ost-Russland (Amur) bis Japan nach Süd-China. In Europa wurde der Blaubandbärbling eingebürgert.
Laichzeit: Mitte März bis Ende Juni. Die in Ketten abgelegten Eier werden vom Männchen bewacht.
Besatz:
Ein Besatz mit Blaubandbärblingen bedarf der Genehmigung des zuständigen Fischereirevierverbandes.
 

Wir danken Hrn. DI WIESER Christian für die umfassenden Recherchen.
Bitterling (Rhodeus sericeus amarus; BLOCH, 1782)

 
Bauernkarpfen, Blecke, Schneiderkarpfen.

Seitlich stark zusammengedrückter, hochrückiger Körper, ähnlich einer kleinen Karausche. Kurzer, hoher Kopf, aus dem die Augen hervortreten. Endständiges, kleines Maul. Die Seitenlinie endet bei der fünften oder sechsten Flankenschuppe hinter dem Kopf. Rücken graugrün, Flanken silberglänzend mit grünlichem Längsstreifen von der Mitte des Körpers bis zum Ansatz der Schwanzflosse. Rückenflosse grau, die übrigen Flossen rosa.

Länge: Durchschnittlich 7 bis 8 cm, selten über 9 cm lang.
Verbreitung: In stehenden und langsam fließenden Gewässern Mittel- und Osteuropas, auf dem Balkan und in Kleinasien; auch in Altwassern. Westlich bis zum Seinegebiet. Durch seine hohen Anforderungen im Laichverhalten gefährdet, da die Muscheln vom Aussterben bedroht sind!
Laichzeit: April bis Mai, von Ende Januar an entwickelt das Weibchen eine Legeröhre, die Ende April eine Länge von 4 cm erreicht. Mit Hilfe dieser Röhre werden 1 bis 2 Eier durch die Atemöffnung der Teichmuschel, der Malermuschel, oder gelegentlich auch der Schafklauenmuschel in die Kiemen gelegt. Das mit einem prächtigen Hochzeitskleid geschmückte Männchen gibt seinen Samen über dem Atemschlitz der Muschel ab, die ihn mit dem Atemwasser einsaugt und so die Eier befruchtet. Diese entwickeln sich dann zwischen den Kiemenblättern der Muschel. Pro Leichperiode gibt das Weibchen 40 - 100 Eier ab.
Nach 2-3 Wochen schlüpfen die Fischlarven, um etwas später als schwimmfähige Brut die Muschel zu verlassen. Die dann etwa 10 mm großen Larven ernähren sich zunächst von Plankton. Sind die Tiere herangewachsen, ernähren sie sich von wirbellosen Kleintieren und Algen.
 

Barbe (Barbus barbus; L.,1758)

Flußbarbe; engl.: Barbel; franz.: Barbeau

Langgestreckter, schlanker, kräftiger Körper mit rundlichem Querschnitt. Rüsselförmig verlängerte, unterständige Schnauze mit wulstigen, fleischigen Lippen. Vier dicke Bartfäden am Rand der Oberlippe. Dreireihige Schlundzähne. Schwanzflosse eingeschnitten. Kurze, hohe Rückenflosse mit sehr kräftigem, am Hinterrand gesägtem, erstem Flossenstrahl. Die mittelgroßen, an der Basis geschwärzten Schuppen werden gegen den Schwanz hin größer. Färbung wechselnd. Rücken graugrün oder olivgrün, die helleren Flanken stahlgrau oder grünlichweiß mit Goldglanz, Bauch grünlichweiß, Kehle weiß. Rücken- und Schwanzflosse graugrün, Brust-, Bauch-, Afterflosse und Unterlappen der Schwanzflosse rötlich getönt. Einzelne Stücke sind stark gelb gefärbt.

Länge: Bis 80 cm lang und 8 kg schwer; selten bis 90 cm.
Verbreitung: In rasch fließenden, größeren Bächen und Flüssen mit kiesigem oder sandigem Grund in ganz Mitteleuropa auch in Frankreich, England. Ausgesprochener Grundfisch, der, fast stets zu Schwärmen vereint, in schnell strömendem Wasser auf grobkiesigem Grund, zwischen großen Steinen, unterhalb von Wehren, Turbinen, Mühlschüssen steht, den Algenbelag der Steine abweidet und Würmer, lnsektenlarven, Muscheln, Schnecken, Fischlaich und -brut frißt. Auch außerhalb der Laichzeit finden, besonders bei Hochwasser, Wanderungen statt, so daß bevorzugte Standplätze immer neuen Zuzug erhalten. Im Spätherbst bezieht die B. in großen Schwärmen Winterquartiere in den ruhigen Gumpen und Altwassern des Unterlaufs. Wird in Österreich bereits als gefährdet ausgewiesen.
Laichzeit: In den Monaten Mai bis Juni (selten noch im Juli) sammeln sich die Barben und ziehen in großen Schwärmen flussaufwärts. Die Männchen mit weißem, körnigem Laichausschlag auf Kopf und Rücken. Die gelblichen großen Eier werden an Steine geklebt (Rogen giftig! - verursacht Bauchschmerzen, Übelkeit und Brechdurchfall).
Pro Weibchen erfolgt eine Eiablage von 3.000-9.000 Stück. Die Eier haben einen Durchmesser von 2mm. Nach 10-15 Tagen Brutzeit schlüpfen die Jungen, die zunächst im Kieslückensystem leben, bis ihr Dottersack aufgebraucht ist. Mit einer Länge von 10-14 mm nehmen die Larven die erste Nahrung auf, die aus Plankton besteht.

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Aitel (Leuciscus cephalus; L., 1758)

Döbel, Dickkopf, Rohrkarpfen; engl.: Chub; franz.: Chevesne.

Fast drehrunder, langgestreckter, mit harten und großen Schuppen bedeckter Körper; breiter, großer Kopf mit weit gespaltenem, endständigem Maul. Im Gegensatz zu Hasel, Aland und Rotauge deren Afterflosse nach innen eingebuchtet ist, ist die Afterflosse des Döbels leicht nach außen gebogen. Schlundzähne in doppelter Reihe. Rücken und Oberseite des Kopfes schwärzlichgrün oder dunkelbraun mit grünlicher Tönung, Flanken silberhell oder mit gelblichem Schimmer, Kehle und Bauch schmutzigweiß oder gelblich, Wangen und Kiemendeckel mit Goldglanz auf rötlichem Grunde. Durch die am Hinterrand schwarz gesäumten Schuppen entsteht der Eindruck einer netzartigen Zeichnung. Die Rückenflosse und die leicht eingeschnittene Schwanzflosse sind dunkelgrau mit rötlichem oder gelblichem Anflug, die Brustflossen gelblich, die Bauchflossen und die Afterflosse rötlich.

Länge: bis 60 cm, ausnahmsweise 70 cm lang und 5 kg schwer.
Verbreitung: in nicht zu kalten Bächen und Flüssen, seltener auch in Seen Mittel-, Süd- und Osteuropas bis 1500 m ü. d. M. Weit verbreitet in der Forellen-, Äschen- und Barbenregion. In der warmen Jahreszeit bei sonnigem Wetter häufig an der Wasseroberfläche, zu kleinen Schwärmen vereinigt, sonst in tieferen Gumpen mit lebhafter Strömung, in Rinnen zwischen Krautbetten, unter ausgewaschenen Ufern, unterhalb von Wehren und Buhnen, unter überhängenden Bäumen, hinter Brückenpfeilern. Bei Wind, kalter Witterung und im Winter in größerer Tiefe.
Laichzeit: in den Monaten Mai und Juni, manchmal schon im April, werden die zahlreichen klebrigen Eier ( ca. 20.000 bis 100.000 Stk, die nur 2 mm langen Larven schlüpfen nach ca., 1 Woche ) auf kiesigem Grund an Steinen und Wasserpflanzen abgelegt. Männchen mit feinkörnigem Laichausschlag.
 

Äsche (Thymallus thymallus; L., 1758)

Engl.: Grayling; franz.: Ombre de riviere, Ombrette.

Langgestreckter, seitlich zusammengedrückter Körper; kleines, zugespitztes, wenig tief gespaltenes Maul, innen mit feinen Hakenzähnchen besetzt. Mittelgroße, silberglänzende, festsitzende Schuppen. Auffallend hohe und lange, regenbogenfarbig gebänderte Rückenflosse (,,Fahne"). Schwanzflosse tief eingeschnitten. Fettflosse. Pupille nicht kreisrund, sondern nach vorn winkelig ausgezogen. ("birnenförmiges" Auge). Der Rücken ist graugrün oder aschgrau (daher der Name ,,Äsche«), die silberweißen bis gelblichen Flanken sind, überwiegend auf der vorderen Körperhälfte, mit spärlichen, kleinen, unregelmäßig verstreuten schwarzen Flecken geschmückt. Auf der Rückenflosse rote, verwaschene Flecken. In der Laichzeit rote und violette Tönung der Flanken. Auch die Schleimschicht der Äsche erinnert in ihrem Geruch an Thymian.

Länge: 45 bis 60 cm; selten über 62 cm, durchschnittlich bis 1 1/2 kg.
Verbreitung: In schnell fließenden (nicht reißenden), kühlen, sauerstoffreichen Gewässern Mittel- und Nordeuropas mit steinigem oder kiesigem Grund bis 1 500 m ü. d. M. Bewohnt in Norwegen und Schweden auch Seen. In Österreich nur ausnahmsweise in stehenden Gewässern und zwar an Ein- und Ausmündungen von Bächen und Flüssen. Die meist gesellig, wenn auch nie in großen Schwärmen lebende Asche meidet sehr starke Strömungen. Sie steht frei im Wasser, manchmal an der Oberfläche, größere Stücke über dem Grund; in trägen Zügen und lebhaften Rinnen über Kiesbänken. Durch das massive Auftreten des Kormorans in den Voralpenflüssen bedroht!
Laichzeit: In den Monaten März bis Mai werden die Eier in geringer Tiefe auf kiesigem Grund nach Salmonidenart in flachen Laichgruben abgelegt, die das Weibchen geschlagen hat. Äschen legen zwischen 1.000 und 8.000 oder 4.000 bis 6.000 Eier pro Kilogramm Körpergewicht( nach RÜ Unfer 8.000 Eier/kg). Nach der Befruchtung durch das Männchen werden die Eier oberflächlich mit Kies bedeckt und ihrem Schicksal überlassen. Nach ca. 200 Tagesgraden schlüpft die Brut (winziger Dottersack). Die Larven leben zunächst im Kieslückensystem. Die Nahrung besteht aus wirbellosen Wassertieren (Wasserflöhe, Köcherfliegenlarven) und Anfluginsekten.

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Karpfen & Co


Karpfen
Rotauge
Schleie

Sandfelchen (Coregonus nasus; PALLAS, 1811)

 
Große Bodenrenke, Weißfelchen.

Eine größere, tiefer stehende Coregonen - Art des Bodensees und einiger Voralpenseen. Nahe verwandt mit dem Blaufelchen - sehr schwer zu unterscheiden.


Forelle & Co
 
Regenbogenforelle
Saibling
 
 
Maräne (Coregonus albula; BLOCH; 1779)

 
Aus NO-Europa eingeführt (Madüsee in Pommern), sie reproduziert u.a. im Erlaufsee, Mondsee, Irrsee und Weissensee und ist als eingebürgert zu betrachten. (Dissertation Dr. med. vet. MOGERITSCH Anton Wien)

Laichzeit: November wird bis 10 kg schwer.
 

Kleine Bodenrenke (Coregonus acronius; RAPP, 1845)

Kilch

Schlanker Körper, unterständige Maul. Rückenfärbung blasses bläulichgrün oder oliv; Flanken und Bauch silberweiß, detto Brust- und Bauchflossen.

Länge: bis 30 cm
Verbreitung: Boden- Ammer- Chiem- und Thunersee. Von Bodennahrung lebender Tiefenfisch. Fleisch sehr fettreich.
Laichzeit: in den einzelnen Seen unterschiedlich, im Ammersee schon im Sommer, sonst im Herbst

Gangfisch (Coregonus macrophthalmus; NÜSSLIN, 1882)

Eine in mittlerer Wassertiefe des Bodensees und anderer Seen lebende kleinere Renkenart. Dem Blaufelchen ähnlich, jedoch Kopf und Augen größer. Färbung meist heller. Maul endständig mit kurzer Schnauze. Schlanker Schwanzstiel. Kleine festsitzende Schuppen. Bauch- und Brustflossen farblos oder gelblich.

Länge: 20 cm, max. 32 cm; bis 300g.
Laichzeit: November bis Dezember. Zahlreiche Unterarten und Kreuzungen verbreitet; z.B. "Braunfelchen" im Bodensee; vermutlich Kreuzung Blaufelchen und Gangfisch.

Blaufelchen (Coregonus wartmanni; BLOCH, 1785)

Engl.: Gwyniad, Powan, Shelly; franz.: Lavaret

Schlanker, seitlich etwas zusammengedrückter Körper, dessen größter Umfang fast genau die Hälfte seiner Länge beträgt. Das kleine, unbezahnte, meist endständige, selten etwas unterständige Maul ist zugespitzt. Dünner Schwanzstiel. Zarte, leicht abfallende, silberglänzende Schuppen. Kleine Fettflosse; kleine Augen. Lange, dicht stehende Kiemenreusendornen. Die Rückenflosse ist höher als lang; Schwanzflosse tief eingeschnitten. Rücken und Kopfoberseite bläulichgrün oder hellblau, Flanken silberglänzend, Bauch weiß. Seitenlinie schwärzlich punktiert.

Länge: bis 50 cm selten 60 cm; 2 bis 3 kg, selten 4 kg; im Durchschnitt 400g
Verbreitung: In den Alpen- und Voralpenseen, vor allem Bodensee und Zürichsee.
Laichzeit: November bis Dezember. Laichausschlag beider Geschlechter in Form weißer Knötchen an und unterhalb der Seitenlinie. Freiwasserlaicher über großen Tiefen (bis 250 m)

Seesaibling (Salvelinus alpinus; L. 1758)

Rötel, Schwarzreiter, Saibling; engl.: Char oder Charr; franz.: Omble, Saumon salvelin.

In der äußeren Form der Forelle ähnlich. Gestreckter, schlanker Körper; im Alter gedrungen, manchmal plump, sofern der großwüchsigen Form zugehörig. Das stark bezahnte Maul ist bis hinter die großen, bräunlichgelben Augen gespalten. Färbung variierend nach Standort, Alter und Form. Rücken meist graugrün, blaugrün oder bräunlich. Flanken heller mit blaßroten oder weißlichen Tupfen. Jungfische bis zum 3. Lebensjahr tragen dunkle Querbinden. Bauch gelblichweiß, oft orangerot - besonders in der Laichzeit. Die karminroten Brust- und Bauchflossen sowie die Afterflosse sind mit einem weißen Vorderrand gesäumt. Die Bauchflossen stehen unter der Rückenflosse, die Schwanzflosse ist leicht eingeschnitten. Fettflosse; Laichhaken bei alten Männchen.

Länge: In Österreich sind drei Formen erfaßt, die sich in ihrem Wachstum unterscheiden: Schwarzreuter eine Zwergrasse überwiegend Planktonfresser bis 25 cm und 100 g. Seesaibling die "Normalform", ernährt sich von Kleintieren der Bodenfauna und des Freiwassers bis 45 cm und ca. 1 kg. Der Wildfangsaibling lebt überwiegend von Fischen; bis 80 cm und bis 10 kg.
Verbreitung: In kalten, tiefen, sauerstoffreichen Seen der nördlichen Alpen. In der Ebene fehlt der Fisch von dem es zahlreiche Formen gibt.
Laichzeit: Oktober bis Jänner an flachen, kiesigen Halden des Seeufers und Schotterbänken in der Nähe von Bachmündungen „Uferlaicher“ oder im Sommer im tiefen Wasser (bis 80m) auf kiesigem Grund „Grundlaicher“. In manchen Seen laichen die Saiblinge während des ganzen Jahres; keine Laichwanderung.
Rogner setzt ca. 1.000 Eier/kg Körpergewicht. Die ca. 15 mm langen Larven ernähren sich ca. 1 Monat von ihrem Dottersack. Eier haben einen Durchmesser von ca. 5 mm.

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Seeforelle (Salmo trutta forma lacustris; L., 1758)

Grund-, Schwebforelle, Ferchen; engl.: Great Lake Trout; franz.: Truite de lac.

Die Seeforelle ist eine Unterart der Bachforelle. In der Regel leben Unterarten räumlich getrennt. Gedrungener, walzenförmiger im Alter hochrückiger Körper; großer Kopf, Maul bis hinter die Augen gespalten. Fettflosse. Alte Männchen mit stark nach oben gebogenem Unterkiefer "Laichhaken" Rücken grüngrau bis braungrau, Flanken meist silberhell oder hellgrün mit zahlreichen stern- oder x-förmigen schwarzen Flecken. Keine roten Punkte wie bei der Bachforelle, jedoch mitunter bräunliche oder orangefarbene Flecken. Bauch weißlich, beim Milchner in der Laichzeit oft rötlich. Schwanzflosse in der Jugend eingebuchtet, später gerade.

Länge: bis 140 cm; 30 bis 35 kg, selten mehr (Bodensee Netzfänge).
Verbreitung: In tiefen Alpen- und Voralpenseen; Bodensee, (auch im Lunzersee wurden früher kapitale Seeforellen gefangen).
Laichzeit: von Oktober bis Dezember werden nach kurzer Laichwanderung die Eier (je nach Gewicht bis 10.000 Stk ca. 5-6 mm Durchmesser) auf kiesigem Grund in den Zuflüssen (seltener in den Abflüssen) des Heimatgewässers, manchmal auch in diesem selbst (in der Nähe von Grundquellen) abgelegt. Seeforellen werden im 3. bis 4. Jahr laichfähig.
Kreuzungen zwischen Bachforelle und Seeforelle kommen vor. Die Blendlinge sind schnellwüchsig und fruchtbar.
 

Bachsaibling (Salvelinus fontinalis; MITCHILL, 1815)

Engl.: Brook Trout; franz.: Saumon de fontaine.

In Europa 1884 aus Amerika eingebürgert. In der äußeren Form der Bachforelle ähnlich, jedoch als Saibling an den hellen Punkten von den Forellen (dunkle Punkte) leicht zu unterscheiden, zusätzlich markante schwarzweiße Einrahmung der Bauch-, Brust- und Afterflossen. Rücken dunkelbraun oder dunkelolivegrün mit hellerer oft bläulichgrüner Marmorierung. Die helleren Flanken mit gelblichen und roten oft bläulich umrandeten Punkten. Zur Laichzeit ist der Milchner am Bauch orangerot. Maul bis hinter die großen bräunlich - gelben Augen gespalten. Pflugscharbein nur vorne an der Platte bezahnt.

Länge: max. 45cm und bis 1kg schwer. In Nordamerika bis 5kg.
Verbreitung: Nordamerika. In Europa in klaren kalten Bächen und kalten Bergseen
Laichzeit: Oktober bis März Laichverhalten ähnlich Bachforelle. Kreuzungen mit der Bachforelle kommen vor ("Tigerfisch") die Jungfische sind "Blendlinge" und nicht fortpflanzungsfähig.

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Huchen (Hucho hucho; L., 1758)

Huch, Donaulachs, Rotfisch, Rothuchen. Engl.: River Charr; franz.: Saumon huch, Huchon.

Langgestreckter, torpedoförmiger, fast drehrunder Körper. Großer abgeflachter Kopf. Das stark bezahnte Maul ist bis hinter die großen Augen gespalten. Auffallend sind die gut ausgebildeten Riechgruben, es liegt daher nahe, daß der Huchen einen guten Geruchssinn hat. Fettflosse zwischen der Rückenflosse und der leicht ausgeschnittenen Schwanzflosse. Rücken dunkelbräunlich bis grünlichgrau, Flanken mit rötlich kupferfarbener Tönung, besonders ausgeprägt in der Laichzeit und bei kapitalen Fischen. Bauch silbern bis weiß. Kopf und Flanken mit kleinen dunkelgrauen oder schwärzlichen Punkten oder Flecken gesprenkelt. Keine roten Tupfen. Im Gegensatz zur Regenbogenforelle keine schwarzen Punkte auf den Flossen. Mitunter jedoch einige schwarze Flecken auf Rücken- und Schwanzflosse.

Länge: Bis 1,8m und 52kg schwer (Donau bei Tulln vor 1900 nach Dr. Heintz Karl). Huchen bis 32kg an der Drau. Heute werden wieder nach intensivem Besatz in der Donau Huchen bis 20kg gefangen ebenso in der Pielach wo der Huchen wieder reproduziert.
Verbreitung: Donau und ihre rechtsseitigen Zubringer. Heute durch die zunehmenden Eingriffe Beschränkung auf die Oberläufe der Donauzuflüsse und in der Donau in der Wachau (Niederösterreich). Die besten Bedingungen findet der Huchen in den rechtsseitigen Zuflüssen der Donau in Deutschland, Österreich und im ehemaligen Jugoslawien. Von den linksseitigen sind es die Zubringer, die die Slowakei und die Westukraine entwässern. Zahlreiche Einbürgerungsversuche in Europa blieben erfolglos.
Laichzeit: Im Frühjahr nach der Schneeschmelze zieht der Huchen stromaufwärts (Laichwanderung) und legt seine Eier nach Art der Bachforelle in den Monaten März bis Mai in stark strömenden Bächen auf steinigem oder kiesigem Grund ab (große Laichgruben). Die Laichreife erreichen nach A. HARSANYI,1982 Rogner nach 4 und Milchner nach 3 Jahren. Pro kg Rogner werden ca.800 bis 1.000 Eier/kg abgegeben. Nach etwa 280 Tagesgraden schlüpft die Brut und verbleibt bis zum Aufzehren des Dottersackes im Schotterlückenraum.
 

 
Bachneunauge (Lampetra planeri; BLOCH, 1784)

Auch als Pricke bekannt.

Drehrunder, wurmförmiger Körper von etwa Bleistiftstärke. Endständiges, trichterförmiges Saugmaul mit einer Reihe horniger Randzähne; tiefliegende, enge Schlundspalte, dicke mit Hornzähnen besetzte Zunge. An jeder Flanke münden sieben Kiemenlöcher. Die beiden niedrigen, welligen Rückenflossen gehen im Gegensatz zum Flussneunauge ineinander über, ebenso Schwanz- und Afterflosse.

Länge: Durchschnittlich 15 bis 20cm; höchstens 30cm
Verbreitung: In fließenden Gewässern der Forellenregion in Europa.
Laichzeit: zwischen März und Mai. Die blinden zahnlosen Larven werden als Querder bezeichnet.
Sehr stark gefährdet in Österreich!!

 
 
 
 
 
Flußneunauge (Eudontomyzon danfordi; REGAN, 1911)

 

Donauneunauge, Flusspricke; engl.: Freshwater Lamprey, Lampern; franz.: Lamproie de riviere

Drehrunder lediglich am Schwanz seitlich zusammengedrückter Körper von etwa Daumenstärke. Die wellenförmig geschwungenen Rückenflossen sind nur während der Laichzeit verbunden, sonst knapp getrennt (im Gegensatz zum Bachneunauge). Keine paarigen Flossen, keine Schuppen. Endständiges Saugmaul. Mauloberrand breit mit einem Zahn an jeder Seite; Maulunterrand mit 6-10 Zähnen; Maulscheibe innen und außen bezahnt. Unterlippe mit zusammenhängendem Fleck borstenförmiger Zähne. Rücken dunkelgrün bis tiefschwarz, Flanken heller, Bauch weiß.

Länge: bis 50 cm
Verbreitung: Küstengewässer Europas; Sibiriens und Südgrönlands. Fehlt im Seengebiet der Alpen.
Laichzeit: Im Herbst steigen die Flussneunaugen in Massen in die Barbenregion der Flüsse auf, um in den Monaten April und Mai in grobkiesigem Grund ihre Eier abzulegen. Elterntiere sterben nach dem Laichakt. Die „Querder“ leben bis zu 5 Jahren im Süßwasser, nach einer Metamorphose kehren sie 9 bis 15 cm lang, ins Meer zurück. Kann in Österreich auf Grund seiner Ansprüche durch die KW-Kette nicht mehr nachgewiesen werden.

Donaubachneunauge (Eudontomyzon vladykovi; ZANANDREA, 1959)

 
Ukrainisches Bachneunauge (Eudontomyzon mariae; BERG, 1931)

Bezahnung wie bei Flußneunauge, es fehlen aber die borstenförmigen Zähne der Unterlippe oder, wenn vorhanden, sind sie nicht in einem zusammenhängenden Fleck angeordnet.

Länge: ca. 20 cm.
Verbreitung: Vorwiegend Ukraine bis Don und untere Donau, Stationäre Süßwasserform, über deren Lebensweise wenig bekannt ist.
Laichzeit: zwischen März und Mai.
 
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Sterlet (Acipenser ruthenus; L.1758)

 
Lange spitze Schnauze, an der Unterseite gekielt, auffällig die langen gefransten Barteln. Am Rücken stehen die Schilder eng beieinander und bilden einen scharfen Kamm mit Haken. Die Seitenschilder decken sich dachziegelartig. Die Brustflosse ist bei diesem kleinsten Stör auffallend groß.
Nur in einigen Unterwasserbereichen der Donau noch reproduzierend, vom Aussterben bedroht. Wird vorwiegend durch Besatz gestützt.
Weitere Vertreter der Familie sind der Hausen (Huso huso; L., 1758), der Stör (Acipenser sturio; L., 1758), der Waxdick (Acipenser gueldenstaedti; BRANDT, 1833), der Sternhausen (Acipenser stellatus; PALLAS, 1771), der Glattdick (Acipenser nudiventris; LOVETSKY, 1828). Alle Arten sind in der Donau bis zum Eisernen Tor ausgestorben, nur der Sterlet reproduziert in einigen Bereichen der oberen Donau, nach Besatz.

Länge:40 bis 60cm, max. 1m
Verbreitung: Donau bis Schwarzes Meer, bleibt jedoch zum Unterschied von seinen Verwandten nur im Süßwasser.
Laichzeit: Mai bis Juni, die laichreifen Tiere suchen sandig – kiesige Stellen auf. Die Eier 11.000 bis 140.000 Stück werden im Kies abgelegt. Nach ca. 4 bis 5 Tagen schlüpfen die jungen Larven. Geschlechtsreife der Milchner im 4. bis 5. Jahr, die Rogner werden erst im 5. bis 9.Jahr geschlechtsreif.

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Bachforelle (Salmo trutta forma fario; L., 1758)

Fore, Ferchen, Steinforelle, "Rotgetupfte"; engl.: Brown trout; franz.: Truite fario, Truite de riviere.

Langgestreckter spindelförmiger seitlich etwas zusammengedrückter Körper, der eher gedrungen als schlank wirkt. Das stumpfe bis hinter die Augen gespaltene Maul ist mit zahlreichen leicht gekrümmten Zähnen bewehrt, die sich auch auf dem Gaumenbein, Zungenknochen und Pflugscharbein (Vomer) befinden. Große bernsteinfarbige Augen. Zwischen Rücken- und Schwanzflosse kleine olivfarbene am oberen Rand oft rot gefärbte Fettflosse ohne Flossenstrahlen - das typische Merkmal der Salmoniden. Färbung je nach Standort stark wechselnd; Rücken dunkelolivegrün oder dunkelbräunlich. Flanken silbrig oder goldgelb, manchmal auch dunkelbraun bis schwärzlich; mit unregelmäßig verteilten schwarzen und roten Tupfen (Jungfische im ersten Lebensjahr ohne rote Tupfen). Im Gegensatz zur Regenbogenforelle keine Tupfen in der Schwanzflosse. Die zarten dachziegelförmigen Schuppen bedecken den ganzen Körper mit Ausnahme des Kopfes. Auch die Schleimschicht der Bachforelle erinnert in ihrem Geruch an Thymian.

Länge: In Bächen bis 60cm und 2kg; in großen Flüssen über 5kg in seltenen Fällen auch schwerer. Die zwergwüchsige Bachforelle der kalten Gebirgsbäche (Steinforellen) bleibt meist kleiner bis max. 40cm und 3/4kg schwer.
Verbreitung: Sauerstoffreiche kühlere Bäche, Flüsse und Seen in ganz Europa, einschließlich Irland, Island und Kleinasien. Im Gebirge hält sie sich bis an die Schneegrenze. In Nordamerika, Chile, Afrika, Indien und Neuseeland Bestände durch Besatz eingebürgert. Bachforellen weisen eine Besonderheit auf: In einem Gewässersystem können mehrere Populationen existieren, die sich miteinander nicht kreuzen. So steigen zur Laichzeit Seeforellen in Flüsse in denen auch stationär lebende Bachforellen laichen.
Laichzeit: Oktober bis Jänner; die Eier werden meist nach einer nicht sehr ausgeprägten Laichwanderung in den Quell- und Seitenbächen des Lebensraumes in flachen vom Weibchen („Rogner“) auf kiesigem Grund mit dem Schwanz ausgeschlagenen Mulden („Brüchen“) abgelegt und nach der Befruchtung durch das lebhafter gefärbte Männchen („Milchner“) oberflächlich mit feinem Kies bedeckt. Die frisch geschlüpften nicht schwimmfähigen Jungfischchen leben in den ersten Lebenstagen vom Dottersack. Bachforellen legen 1.500-2.000 Eier pro Kilogramm Körpergewicht mit einem Durchmesser von 4 - 5,5 mm.
 
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